In drei Bezirken verschwinden die Altglas-Container an den Häusern

Berlin. Das sogenannte Berliner Modell mit Altglastonnen direkt an den Häusern steht auf der Kippe. In drei Bezirken gibt es nur noch Glascontainer an öffentlichen Sammelplätzen - andere Bezirke könnten folgen.

In Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Marzahn-Hellersdorf müssen die Bürger ihr Altglas nun bis zum nächsten öffentlichen Container tragen. Im April startet die Ausschreibung der Altglassammlung für Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und Spandau. Auch hier könnte sich zukünftig etwas ändern, denn das Berliner Altglas taugt nur schlecht fürs Recycling.

Deshalb haben der Berliner Senat und das Duale System Deutschland, der Betreiber des Mülltrennsystems, beschlossen, ein Pilotprojekt zu starten. Ziel ist es, die Qualität des Altglases zu verbessern. Zu viel Restmüll landet in den Tonnen. Zusätzlich trennen die Berliner Bürger hier nur nach zwei Farben statt nach Weiß-, Grün- und Braunglas, wie es die Glasiglus vorsehen.

Doch von den Sammelplätzen gibt es zu wenige. In den Modellbezirken fehlen noch genau die 47 neuen Container, die die Tonnen am Haus ersetzen sollen. "Wir haben noch immer keine Genehmigung vom Senat und können deshalb keine neuen Glasiglus aufstellen", sagt Norbert Völl, Sprecher des Dualen Systems. Umgestellt werde die Altglasentsorgung, weil die Recyclingindustrie gedroht habe, zukünftig aus Berlin kein Altglas mehr anzunehmen. "Als Alba in Velten noch eine Sortieranlage betrieben hat, hatten wir das Problem nicht", sagt Völl.

Damit andere Recyclingfirmen das Glas übernehmen, muss die Qualität steigen. Alle Bezirke müssen dafür aber nicht aus dem Berliner Modell aussteigen. "Wir müssen nur den Anteil des schlechteren Glases verringern", sagt Völl. Das Pilotprojekt läuft bis 2015. Dann wird ausgewertet.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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