Jugendamt startet Kampagne: Jugendklubs werben für ihre Angebote / Angst vor weiteren Kürzungen

Mitte. Die 48 Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen im Bezirk wollen mit einer Imagekampagne die Bedeutung ihrer Kinder- und Jugendarbeit deutlich machen.

„Keine Gewalt? Wir arbeiten daran“. „Kinderrechte? Wir bestehen darauf!“ „Schule? Ist nicht alles. Aber wir helfen dabei!“. Mit diesen und zwölf weiteren Slogans werben die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen derzeit auf Plakaten im Bezirk für ihre Arbeit. Die Clubs wollen mit der Imagekampagne, die gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen in den Klubs entwickelt wurde, nicht für neue Kundschaft werben. Denn über Besuchermangel können sich die Einrichtungen nicht beschweren. Ganz im Gegenteil. „Wir bräuchten eigentlich doppelt so viele Einrichtungen“, sagt Uwe Beckmann vom Jugendamt.

Hintergrund der Kampagne ist viel mehr die Angst vor weiteren Kürzungen. Die Botschaft soll vor allem die Politiker erreichen, diese wichtigen Angebote nicht weiter zu reduzieren. Im Bezirk gibt es derzeit noch 48 Einrichtungen, vor ein paar Jahren waren es noch 55. Fast alle Klubs wurden an Freie Träger abgegeben, um Personal abzubauen. Zum ersten Oktober wechseln weitere sechs Klubs in freie Trägerschaft. Das Jugendamt will mit der Imagekampagne verdeutlichen, wie wichtig Jugendarbeit „als präventive Maßnahme ist“, so Jugendstadträtin Sabine Smentek (SPD). Acht Millionen Euro gibt der Bezirk jährlich für die 48 Einrichtungen aus.

Vor dem Hintergrund steigender Bewohner- und Flüchtlingszahlen hat das Jugendamt auch für den Kinderschutz und die Bearbeitung von Elterngeld und Kitagutscheinen viel zu wenig Personal, wie Smentek sagt. Für Kinderschutz und Hilfevermittlung hat Mitte 81 Sozialarbeiter. Das Jugendamt wollte 13 zusätzliche Stellen, bekommt aber ab 2016 nur vier dazu. Für die Bearbeitung von Kitagutscheinen hat Mitte sieben neue Stellen zum 1. Januar beantragt, bekommt aber nur eine halbe. Die sechs Mitarbeiter in der Elterngeldstelle sollten durch vier neue Kollegen verstärkt werden. Der Senat hat aber nur 0,1 Personalstellen genehmigt. Dadurch werden die Wartezeiten für Bürger immer länger. DJ
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