Kunstwerke oder Denkmäler werden vom Bezirk nicht mehr angenommen

Mitte. Kein Denkmal, kein Kunstwerk, kein Bild, gar nichts. Dem Bezirk Mitte kann man nichts mehr schenken, unabhängig vom Wert. Das hat das Bezirksamt jetzt beschlossen.

Ein- bis zweimal im Jahr kommt es vor, dass dem Bezirk Sachen zur Schenkung angeboten werden. Dann stehen die Behörden vor der Frage, wohin mit dem guten Stück? Einlagern oder aufstellen, all das kostet auch Geld. Auf Initiative von Kulturstadträtin Sabine Weißler (Grüne) wurde „diese Regelungslücke jetzt geschlossen“. Weißler will sich nicht mehr den Kopf zerbrechen, was mit Schenkungen passieren soll. Als Beispiel nannte sie eine Skulptur, die dem Bezirk von einer Botschaft vor zwei Jahren geschenkt wurde. Was daraus geworden ist, wollte sie nicht sagen.

Nein zu Schenkungen

Das klare Nein zu Schenkungen hängt wohl auch mit dem Tierdenkmal zusammen, das die international bekannte Tierschützerin Maja Synke Prinzessin von Hohenzollern dem Bezirk schenken möchte. Die in Spanien lebende Prinzessin hatte dem Bezirk nach dem Tod der letzten Stadtbärin im Zwinger im Köllnischen Park im Oktober vorgeschlagen, ein Tierdenkmal im Park oder im im Bärenzwinger zu errichten. Die 2,5 Meter hohe Marmorskulptur mit einer riesigen Tierpfote und einer Menschenhand als Hauptmotiv hat die Prinzessin von Hohenzollern bereits entworfen. Die Kosten für das Denkmal von 200 000 Euro würde sie übernehmen, hat sie dem Bezirksamt mitgeteilt. Das Amt hat bisher auf die Offerte noch nicht reagiert.

Wie Sabine Weißler sagt, sind zukünftig nur noch unentgeltliche Dauerleihgaben möglich. Alle Angebote werden von der Kommission Kunst im Stadtraum/Kunst-am-Bau (KIST) geprüft. Wenn die KIST grünes Licht gibt, wird ein Leihvertrag geschlossen. Darin werden Fragen zu Aufstellung und Abbau, Haftung und Wartung, Dauer der Überlassung und weitere Details geregelt. Das wichtigste ist, dass dem Bezirk keine Kosten entstehen. Der Bezirksamtsbeschluss zum Umgang mit Schenkungen muss der Bezirksverordnetenversammlung nur mitgeteilt werden. Warum diese Regelung erst jetzt getroffen wurde, konnte Weißler nicht sagen. Ihre Vorgänger hätten das Thema wohl nicht aufgegriffen. Weißler wolle einen klaren und eindeutigen Verfahrensweg, „falls jemand mit Schenkung droht“. DJ
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