Mitte baut Schulden ab / Mehr Geld und Personal

Mitte. Bürgermeister Christian Hanke, der auch für die Finanzen zuständig ist, kann einen Erfolg vermelden: Der Bezirk hat seine Altschulden "drastisch" abgebaut.

Für das Haushaltsjahr 2014 konnte Mitte ein Plus von 3,2 Millionen Euro verbuchen. Das Ziel, das sich der SPD-Politiker gesteckt hat - nämlich 2016 komplett schuldenfrei zu sein - scheint in greifbare Nähe zu rücken. Mitte ist also auf einem guten Weg, den Titel eines "Konsolidierungsbezirks" loszuwerden. Der "große Tanker Mitte" ist aus der Gefahrenzone gebracht worden. Aber Mitte lebe noch lange nicht im Paradies, so Christian Hanke.

Mitte April werden die Bezirke wissen, wie hoch die Summe ist, die der Senat ihnen zuweist. Ideen, wie das Geld zu verwenden ist, hat Hanke schon. Er möchte ein "Platzmanagement" als feste Einrichtung des Bezirks etablieren - also Straßensozialarbeiter auf den Leopold- und Alexanderplatz sowie in den Kleinen Tiergarten schicken. Die Streetworker sollen Konflikte zwischen der örtlichen Trinkerszene, Gewerbetreibenden und Anwohnern auflösen. Bisher war das nur zeitlich begrenzt über das Bund-Länder-Programm "Aktive Zentren" oder die Quartiersmanagements finanziert worden. Wiederbeleben will der Bezirk auch die Freiwilligenbörse.

Einen zusätzlichen Geldsegen bringt das Dank sprudelnder Steuereinnahmen angelegte Sondervermögen "Siwa". Neun Millionen Euro sind es für Mitte. Der Bezirk verwendet 70 Prozent der Summe für die Sanierung maroder Schulen. Der Restbetrag fließt in andere Vorhaben in den Bereichen Jugendarbeit, Parkpflege und Straßenbau.

Für solche Projekte braucht der Bezirk Personal. Wie gut, dass die Zeiten des gestrengen Finanzsenators Ulrich Nußbaum vorbei sind. Sein Nachfolger Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) hat den Bezirken für 2016 und 2017 insgesamt 18 Millionen Euro für Verwaltungspersonal bewilligt: Das sind bis zu 370 neue Stellen. In Mitte werden sie vor allem in den Bürgerämtern, bei den Sozialdiensten und im Gesundheitsamt gebraucht. Bis 2020 gehen 26 Prozent der Verwaltungsfachkräfte in Pension.

Noch eine gute Nachricht: Auszubildende in der Bezirksverwaltung werden übernommen, wenn auch nicht mit jeder Abschlussnote und nur in jenen Bereichen, in denen nicht "über dem Bedarf" ausgebildet wird. Die Azubis im Gartenbau dürfen sich freuen, angehende Arzt- und Zahnarzthelferinnen oder Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste weniger.


Karen Noetzel / KEN
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