Parteien versuchen, mit Plakaten Stimmen zu gewinnen

Berlin. Der Wahlkampf hat begonnen und Berlins Straßenränder wirken mit Plakaten der Parteien regelrecht zutapeziert. „Für faire Miete statt Rendite“ stehen die einen, die anderen fordern „Schluss mit Schulden. Aus Verantwortung für heute und morgen“. Dann ist zu lesen „Jede Familie ist anders und uns besonders wichtig“ oder „Gleiche Bildungschancen für alle“.

Das sind Werbesprüche der Parteien zur Bundestagswahl am 22. September 2013. Aber von wem stammt welcher Slogan? Meist bleiben die Versprechen vage, das ist jedoch Absicht. Wer die Akzente herauslesen will, muss die Parteien gut kennen und so wirken die Plakate mehr als Meinungsunterstützer denn als Meinungsbilder.
„Die Wahlversprechen auf den Plakaten sollen nur einen schnellen Eindruck hinterlassen und möglichst schlichte Botschaften vermitteln“, sagt Dieter Ohr von der Freien Universität Berlin. Der Wahlforscher und Kommunikationsexperte erkennt trotzdem Unterschiede in der Gestaltung und den Formulierungen. „Wer in der Opposition ist, formuliert kritischer und setzt wie die SPD sogar in manchen Fällen auf negative Botschaften, um den Gegner zu treffen“, erklärt er. Mal so richtig auf den Putz hauen, trauen sich meist aber nur noch die kleinen Parteien, die mit einem konkreten Anliegen antreten – sei es Netzpolitik, Umweltschutz oder die Finanzkrise. Einfluss haben die Plakate laut Ohr aber trotzdem, denn alleine mit ihrer Dauerpräsenz im Stadtbild prägen sich die Slogans ein. Im Wahlkampf zähle letztlich die Masse. Die Masse der Plakate und damit der Präsenz in der Öffentlichkeit.
Schon oft seien Parteienplakate als Wahlkampfmittel totgesagt worden, schließlich gibt es mit dem Internet heute ganz andere Wege, möglichst viele Bürger zu erreichen. Doch schlussendlich hätten sie dann doch ihre Wirkung erzielt. Ohr: „Damit werden zwar keine Meinungen gebildet, aber Meinungen unterstützt und so Wähler mobilisiert.“
Jana Tashina Wörrle / jtw
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