Politik will weniger Veranstaltungen am Brandenburger Tor

Berlin. Bald ist wieder Fußball-WM und die Straße des 17. Juni und der Platz vor dem Brandenburger Tor werden zur Fanmeile. Doch das ist nicht das einzige Event. Kritik an der Dauerparty an diesem Ort ist laut geworden. Nun muss voraussichtlich die Fashion Week weichen.

Silvesterparty, Fan-Meile, Sportveranstaltungen - all diese Events blockieren regelmäßig die Gegend rund ums Brandenburger Tor. Immerhin sind die Veranstaltungen für alle Berliner da. Anders sieht es mit der Fashion Week aus. Sie bringt zwar Geld und Prominente in die Stadt, doch sie ist nur einem ausgewählten Publikum vorbehalten. Allein der Auf- und Abbau der viertägigen Veranstaltung blockiert die Straße vor dem Brandenburger Tor für mehrere Wochen.

Erst kürzlich hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters kritisiert, dass eine kommerzielle Veranstaltung wie die Fashion Week vor dem Wahrzeichen stattfinde. Das sei eines so bedeutenden Baudenkmals unwürdig. Der Senat ist deshalb dabei, mit den Veranstaltern einen neuen Standort zu suchen. "Die Fashion Week braucht einen prominenten Standort, aber das muss nicht das Brandenburger Tor sein", sagt auch der Berliner CDU-Politiker Stefan Evers. Nach seinen Aussagen wird es erst wieder Genehmigungen für neue Events geben, wenn eine Entlastung in Sicht ist. Zu oft und zu lange sei die Straße zum Brandenburger Tor gesperrt. Der Kritik am zu starken Kommerz der Fashion Week will er allerdings nicht folgen. "Auch die Fanmeile ist eine kommerzielle Veranstaltung", sagt er. Grütters hatte das anders formuliert. Sie warf dem Senat eine falsche Vermarktungsstrategie vor, die in anderen Ländern nicht möglich sei. "In Frankreich würde niemand eine Werbeveranstaltung vor dem Arc de Triomphe inszenieren."


Jana Tashina Wörrle / jtw
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