Stephan von Dassel wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erster grüner Bürgermeister

Berlin: Rathaus Mitte |

Mitte. Die Grünen haben bei den BVV-Wahlen mit 24 Prozent der Stimmen in einem Kopf-an-Kopf-Rennen die SPD (23,6 Prozent) überholt und sind auf Bezirksebene Wahlsieger.

Er hatte die lustigste Website, mit einem „Interview in Bildern“, auf denen er zum Beispiel als Tipp für die AfD mit einem zugeklebten Mund posierte. Stephan von Dassel, bisher Sozialstadtrat und Grünen-Spitzenkandidat, will jetzt Bürgermeister werden. Die Gespräche über mögliche Koalitionen haben begonnen; zuerst hat sich von Dassel mit den Verhandlungsführern von der SPD und den Linken getroffen.

Wie auch auf Landesebene, wo der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) – trotz drastischer Verluste der SPD Wahlsieger  – ein rot-rot-grünes Bündnis anstrebt, ist dies auch die naheliegende Konstellation für das Bezirksamt. Festlegen will sich von Dassel natürlich noch nicht.

„Alles ist denkbar“, sagt der erste grüne Bürgermeister, der er mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wird. Ihm gehe es in der Verhandlungen um eine Zählgemeinschaft, wie die politische Zusammenarbeit auf Bezirksebene genannt wird, „um ein stabiles Bündnis und einen transparenten und fairen Umgang.“ Das Team soll „gute Arbeit machen und zusammenstehen. Ich will, dass jedes Ressort Erfolg hat“, sagt von Dassel in Anspielung auf die anstehenden Verteilungskämpfe um die Stadtratposten.

Die Grünen als Wahlsieger haben zwei Vertreter im Bezirksamt, die SPD nur noch einen Stadtrat, die CDU (minus 3,6 Prozent zur BVV-Wahl 2011) ebenfalls einen. Wieder drin im Bezirksamt sind die Linken (plus 7,3 Prozent). Spitzenkandidat Sven Diedrich will Baustadtrat werden und den Posten von Noch-Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) übernehmen.

Wahlverlierer Christian Hanke (SPD), seit zehn Jahren Bürgermeister, gibt noch nicht auf. Er versucht derzeit, eine Zählgemeinschaft gegen von Dassel zu formieren. Ob SPD/CDU/Linke (insgesamt 31 der 55 BVV-Sitze) oder SPD/Linke/Piraten/FDP (28 Sitze) – es gibt keine Argumente, warum die Linken das machen sollten. „Wir haben keine guten Erinnerungen an Hanke“, sagt Linke-Fraktionschef Thilo Urchs. DJ
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