Ganz normal: Schamgefühle zum Beginn der Pflege

Während der Pflege eines Angehörigen über Alltägliches zu sprechen, lockert die Situation oft auf. Denn wer einen Angehörigen pflegt, sollte Hemmungen langfristig überwinden.

Schamgefühle bei der Pflege von Angehörigen sind am Anfang ganz normal. Darauf weist das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hin. Gerade veränderte Rollen und Beziehungen zum Beispiel zwischen pflegebedürftigen Eltern und pflegenden Kindern können nach Angaben des ZQP zu Unsicherheiten auf beiden Seiten führen.

Es sei wichtig, über das Schamgefühl zu sprechen. Wenn das Gespräch miteinander nicht möglich ist, kann es Pflegenden auch helfen, sich in Gesprächsgruppen mit anderen Menschen in ähnlichen Situationen auszutauschen.

Die Pflege des eigenen Körpers ist etwas sehr Persönliches. Aber wenn der Hilfebedarf von Senioren steigt, sind oft die Angehörigen gefragt. Dann kommt es vor allem auf Sicherheit an, aber auch Fingerspitzengefühl ist gefragt.

Das ZQP empfiehlt, bei der Pflege einen Sichtschutz aufzustellen oder ein Schild an die Tür zu hängen, damit niemand unerwartet herein kommt.

Auch für kurze Wege in den eigenen vier Wänden sind feste Hausschuhe oder Antirutschsocken sinnvoll – das minimiert die Sturzgefahr. Ist der Angehörige besonders unsicher auf den Beinen, ist die Pflege im Bett oder am Bettrand eine sicherere Alternative als der gemeinsame Gang ins Bad.

Pflegende sollten vor allem für Sicherheit sorgen. Um das Risiko von Verletzungen zu verringern, tragen sie während der Pflege keine Armbanduhren, Ringe, Ketten oder Ohrringe, rät das ZQP. Auch Schmuck, Haarklammern und Hörgeräte des Pflegebedürftigen werden entfernt. mag
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