24 Azubis des OSZ Bautechnik I als Fluthelfer im Einsatz

Drei Tage lang im Landkreis Perleberg Sandsäcke zu füllen und Deiche vor der Flut zu sichern, das war für die Spandauer Ehrensache. (Foto: privat)

Spandau. Die Idee entstand ganz spontan: Zimmerermeister Fabian Thümer, Lehrer für Fachpraxis am Oberstufenzentrum (OSZ) Bautechnik I an der Nonnendammallee 140-143, und Kollegen hatten am 8. Juni im Fernsehen Berichte von der Flutkatastrophe an der Elbe gesehen. "Wir müssen helfen", dachten sie sich.

Die Schulleitung war sofort einverstanden. Und ein Berliner Autoverleih stellte vier Kleinbusse zum besonders günstigen Preis zur Verfügung. So machten sich am frühen Morgen des 11. Juni Thümer, seine Kollegen Peter Mähler und Thomas Wellner, Elektromeister Bernd Langner, vier Konstruktionsmechaniker und vier Elektriker mit 24 Auszubildenden des Zimmereihandwerks aus dem ersten bis dritten Lehrjahr auf den Weg in den Landkreis Perleberg. Die Berliner Helfer wurden im katholischen Landjugendhaus in Meyenburg untergebracht. "Weil wir bereits vorher Kontakt zum Krisenstab des Landkreises aufgenommen hatten, ging es sofort weiter zum Einsatz nach Wittenberge", berichtet Thümer. Auf dem Sandabfüllplatz füllte die Gruppe in der erbarmungslosen Sonne bis zum Abend rund 10 000 Sandsäcke.

Am 12. Juni wurden die Berliner dringend im sieben Kilometer entfernten Hinzdorf benötigt. Weil dort der Deich zu brechen drohte, half die Gruppe der Bundeswehr bei der Verstärkung des Deiches. "Weil wir eine homogene Gruppe waren, klappte diese Zusammenarbeit hervorragend", erinnert sich Mähler. Als sich Fabian Thümer am frühen Morgen des 13. Juni nach dem aktuellen Einsatzgebiet erkundigte, klang der Hilferuf aus Sandau (Elbe) "ziemlich dramatisch". Vor Ort bestätigte sich dies. Das Dorf drohte bereits vom Wasser überflutet zu werden. "An einem Tag sollte ein Notdeich entstehen, um das von Fischbeck kommende Wasser vom Dorf fernzuhalten", berichtet Thümer. Am späten Abend war das Ziel erreicht. Todmüde stiegen die Berliner Helfer in ihre Busse und traten ihre Rückreise an. "Auch wenn wir nach den drei Tagen ziemlich erschöpft waren, hat uns der Einsatz großen Spaß gemacht", sagt der Lichtenberger Jakob Borck, Auszubildender im ersten Lehrjahr.

"Uns hat das viel gebracht, weil die gemeinsame Arbeit uns viel enger zusammengeschweißt hat", bestätigt die Friedrichshainerin Isabell Strebel aus dem zweiten Lehrjahr. Unter all den Männern war sie die einzige Frau. "Ich bin das gewohnt, denn unter den rund 50 Auszubildenden im Zimmererhandwerk sind eh nur drei Frauen", sagt die 21-Jährige.

Die Truppe von dem Spandauer OSZ sei wirklich gebraucht worden, meint Isabell Strebel: "Als wir gesehen haben, dass die vielen von uns gefüllten Säcke bei der Deichrettung geholfen haben, war das für uns ein Riesenerfolgserlebnis."

Wer für die Flutopfer spenden möchte, kann das im Internet auf dem Spendenportal www.betterplace.org oder über die "Aktion Deutschland Hilft", Kontonummer 10 20 30, BLZ 370 205 00, Stichwort: Hochwasser-Hilfe 2013.

Michael Uhde / Ud
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