Ab 2017 wird in der Scharnhorststraße Strom produziert

Mitte. Nach sechs Monaten Bauzeit hat Vattenfall im Heizwerk Scharnhorststraße drei neue Heißwasser-Erzeuger in Betrieb genommen. Weil immer mehr Häuser an das Fernwärmenetz angeschlossen werden, hat der Energieversorger Vattenfall jetzt 3,5 Millionen Euro in den Ausbau seines Heizwerks in der Scharnhorststraße investiert.

Die alten Dampferzeuger wurden gegen drei moderne Heißwassererzeuger ersetzt. Bürgermeister Christian Hanke (SPD) und Vattenfall-Vorstand Wolf-Dietrich Kunze haben die Kessel - jeder fasst 80 Kubikmeter Wasser - angefahren, wie die Fachleute sagen. Der Umbau im Heizwerk war eine "Operation am offenen Herzen", wie Vattenfall-Produktionschef Gerhard Plambeck sagt. Die Fernwärmeversorgung zum Beispiel der Charite, für die das Heizwerk 1979 gebaut wurde, lief beim Tausch der alten Dampferzeuger gegen die mit Erdgas befeuerten neuen Kessel weiter. Hauptabnehmer sind neben der Charite das Bundeswehrkrankenhaus, das Wirtschafts- und Bauministerium, das Naturkundemuseum, die Bürobauten der Deutschen Bahn am Nordbahnhof und etliche Wohnhäuser im Gebiet. Seit ein paar Jahren werden auch immer mehr Gebäude im Weddinger Brunnenviertel angeschlossen. Die Degewo und andere Vermieter beziehen Fernwärme vom einstigen Charite-Heizwerk in der Scharnhorststraße und haben ihre dezentralen Heizungsanlagen in ihren Häusern abgeschaltet.

Die riesige Agentenstadt des Bundesnachrichtendienstes (BND), die direkt neben dem Heizwerk mit dem 150 Meter hohen Schornstein entsteht, braucht die Fernwärme von Vattenfall nicht. Die Büros der Schlapphüte werden autark von eigenen Heiz-, Strom- und Wasserwerken versorgt. Vattenfall geht davon aus, dass die Investoren in der neuen Europacity entlang der Heidestraße Fernwärme brauchen.

Bis 2017 investiert Vattenfall weitere zwölf Millionen Euro im Heizwerk Scharnhorststraße, um auch Strom zu produzieren. Dafür wird eine Gasturbine gebaut. In der Sellerstraße baut die Stromnetz Berlin GmbH 2017 ein Umspannwerk zum Anschluss der Europacity. Zwischen Hauptbahnhof und Perleberger Straße entsteht in den kommenden Jahren eine Neubaustadt, in der einmal rund 2500 Menschen wohnen und bis zu 14.000 Menschen arbeiten werden.


Dirk Jericho / DJ
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