Am 13. Dezember nominiert die SPD neuen Stadtratkandidaten

Mitte. Sabine Weißler, Umweltstadträtin der Grünen, ist die einzige Frau im Bezirksamt. Das könnte sich jetzt ändern. Weil SPD-Stadtrat Ulrich Davids zum Jahresende zurücktritt, sucht die SPD Ersatz. Bis Anfang Dezember können sich Kandidaten bei der Mitte-SPD melden, die sich zutrauen, Davids Mammutressort (Jugend, Schule, Sport und Facility Management) zu führen.

Wie Kreisvorsitzender Boris Velter sagte, soll am 13. Dezember auf der Kreisdelegiertenversammlung ein Kandidat nominiert werden. Der stellt sich dann im Januar zur Wahl in der BVV.Namen wollte Velter keine nennen, beworben habe sich noch niemand. "Wir haben viele kompetente Persönlichkeiten in der Partei und Fraktion", sagte er nur. Im Gespräch sind derzeit zwei Frauen, das bestätigte Velter. Interessiert an dem Job ist die selbstständige Unternehmensberaterin Sabine Smentek. Die 52-Jährige ist Mitglied des Kreisvorstandes der SPD Mitte und dort für die Themen Wirtschaft und Finanzen zuständig. Smentek war vor der Bezirksfusion 2001 SPD-Verordnete in der Kreuzberger BVV. "Ich werde das nicht kommentieren", sagte die langjährige Aufsichtsratsvorsitzende des Gründerinnenzentrums WeiberWirtschaft und verwies auf die Kreisdelegiertenversammlung.

Zurückhaltend reagierte auch Aliye Stracke-Gönül. Die SPD-Bezirksverordnete in Mitte wollte sich nicht weiter äußern und verwies auf ihren Fraktionschef. Ein Dementi sieht anders aus. Stracke-Gönül ist gelernte Bankkauffrau und derzeit ohne Job. Die 43-Jährige ist zurzeit nur als Bezirksverordnete tätig.

Davids Riesenressort zu übernehmen ist keine leichte Aufgabe. Der Schulbereich reißt wegen hoher Gebäudekosten seit Jahren Millionenlöcher in den Haushalt. Entscheidungen zu Schulschließungen sind unpopulär und führen wie jede Kürzung und Stellenstreichung im Jugendbereich sofort zu massiven Protesten. Zuletzt wurden sieben der letzten zwölf kommunalen Jugendeinrichtungen an freie Träger übertragen. Ulrich Davids ist zurückgetreten, weil er "angesichts des großen Spardrucks im Bezirk keine hinreichende Möglichkeit mehr sieht, meine Vorstellungen von Kinder-, Jugend- und Schulpolitik umzusetzen".


Dirk Jericho / DJ
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