Am einstigen Grenzübergang werden Wohnungen gebaut

Zwischen Friedhof und Tankstelle entstehen an der Liesenstraße 3-5 insgesamt 148 teure Mietwohnungen. (Foto: Architekturbüro Baasner, Möller & Langwald)

Mitte. Auf der Freifläche im früheren Todesstreifen an der Chausseestraße entsteht bis zum Friedhof der Französischen Domgemeinde ein Wohnquartier für Besserbetuchte.

Laufende und springende Kaninchen sind lebensgroß als Bodenintarsien in der Fahrbahn der Chausseestraße verlegt. Das Kunstprojekt "Kaninchenfeld" mit 120 Metallsilhouetten von Karla Sachse erinnert seit 1999 an die früher einzigen Bewohner im Todesstreifen. Doch schon bald werden die Hoppelhasen jede Menge neue Nachbarn bekommen. Denn hier am einstigen Grenzübergang Chausseestraße Ecke Liesenstraße wird ein großes Wohngebiet aus dem Boden gestampft. Derzeit bereiten Bagger die Baugrube vor.

Der Projektentwickler NCC baut entlang der Liesenstraße von der Tankstelle bis zum Friedhof eine sechsgeschossige Wohnanlage mit 148 Wohnungen. Im dritten Quartal 2014 sollen die "Wohneinheiten mit gehobener Ausstattung" in den drei Häusern inklusive Tiefgarage fertig sein, sagt NCC-Projektleiter Rico Kallies. NCC hat das Wohnungspaket an die Bayerische Apothekerversorgung, eines der zwölf Versorgungswerke der Bayerischen Versorgungskammer, verkauft.

Weitere Luxuswohnungen entstehen ab Frühjahr direkt dahinter beim Projekt "The Garden". Stararchitekt Eike Becker hat zwischen Chausseestraße und den Friedhöfen St. Hedwig und Französische Domgemeinde ein grünes Viertel mit sieben Stadthäusern und Privatgärten geplant. In den Townhouses entstehen 114 exklusive Eigentumswohnungen. Die wenigen Überreste des Mauerbollwerks sollen erhalten bleiben. Auch soll auf dem Hof des Stadtgartens der Grenzverlauf mit einem Messingband markiert werden. Für das NCC-Projekt muss der vorhandene Postenweg hingegen entfernt werden, wie Kallies sagte.

Ein weiteres großes Wohnhaus mit 169 Mietwohnungen und Geschäften im Erdgeschoss errichtet der Kölner Wohnungsinvestor Pantera AG in einem Joint Venture mit der Schweizer Peakside Capital Advisor AG an der Chausseestraße zwischen dem bestehenden Wohnhaus und der Tankstelle.

Pantera wird das Haus am Straßenrand nach Fertigstellung genau so wie NCC an einen Anlagenkäufer veräußern. Insgesamt werden im neuen Wohnviertel an der Grenze zu Wedding über 1000 Menschen leben.


Dirk Jericho / DJ
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