Auftakt für das Albert-Schweitzer-Jahr in der Gedächtniskirche

Dr. med. Einhard Weber ist Vorsitzender des deutschen Hilfsvereins für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche wurde die Ehre zuteil, das internationale Albert-Schweitzer-Jahr zu eröffnen. Anlass ist der 100. Jahrestag der Gründung des Hospitals in Lambarene.

Dem offiziellen Auftakt am 14. Januar folgen weltweit Ausstellungen, Symposien, Diskussionen sowie mehr als 170 Orgelkonzerte.Anlass für den Auftakt dieses weltumspannenden Ereignisses Berlin, speziell die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu wählen, ist die langjährige humanistische Arbeit der Kirche nach dem Vermächtnis des Arztes, Theologen, Philosophen und Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer. "Bereits in den 60er-Jahren", führte Pfarrerin Cornelia Kulawik aus, "haben wir einen Arbeitskreis gebildet, der sich mit dem Vermächtnis Albert Schweitzers befasst." Daraus entstand eine enge Zusammenarbeit mit den Albert-Schweitzer-Kinderdörfern in Berlin, die häufig in der Gedächtniskirche zu Gast sind.

Auch zum Auftakt der weltweiten Albert-Schweitzer-Ehrung konnten sie sich mit einer Ausstellung in der Gedächtniskirche präsentieren. Im vergangenen Jahr kamen die Kinder in die Gemeinde der Gedächtniskirche, um dort ihre Gedanken über Albert Schweitzer aufzuschreiben. "Es ist uns wichtig, den Humanismus Albert Schweitzers an die junge Generation zu vermitteln", sagt die Pfarrerin. Entsprechend wird auch seit Jahren die Jugend in den Konfirmandenkursen und bei den Kinder-Bibel-Tagen mit dem Engagement Albert Schweitzers vertraut gemacht.

Es dürfte kein anderes humanitäres Projekt in Afrika geben, das 100 Jahre überdauert hat. Der Humanismus Albert Schweitzers geht weit über die Humanmedizin hinaus und gipfelt in der Ehrfurcht vor dem gesamten Leben. Das schloss zum Entsetzen seiner afrikanischen Brüder und Schwestern selbst die Moskitos und das Unkraut ein.

Als Pazifist wandte sich Albert Schweitzer gegen Atomwaffenversuche. Angesichts der täglich größer werdenden Gefährdung der Erde "ist der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung im Sinne Schweitzers lebensnotwendig", sagt der Vorsitzende des deutschen Hilfsvereins für das Spital in Lambarene, Dr. med. Einhard Weber.

Und schließlich war Schweitzer auch ein begnadeter Organist, der in seinem Leben 487 Orgelkonzerte gab und ein Standardwerk zur Bachforschung veröffentlichte. Das Bachkonzert vom 29. Juni 1899 gab er in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, was ein weiterer Grund ist, gerade diese Kirche zum Ausgangspunkt für die Schweitzerehrung zu wählen. Aus dem Erlös der Benefizkonzerte soll das Krankenhaus in Lambarene unterstützt werden. Mit dem Erlös der diesjährigen Konzerte wird der Kindergarten von Lambarene erneuert. Das nächste Konzert in Berlin mit der Uraufführung "African Patchwork" findet am 11. Mai 15 Uhr in der St. Hedwigs-Kathedrale statt.


Frank Wecker / FW
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