Außergewöhnliche Konzerte an den Jüdischen Kulturtagen

Der Countertenor Jochen Kowalski eröffnet die diesjährigen Jüdischen Kulturtage mit einem Konzert. (Foto: Veranstalter)

Prenzlauer Berg. Die Synagoge in der Rykestraße 53 ist der Hauptveranstaltungsort für Konzerte zu den Jüdischen Kulturtagen 2014. Vom 4. bis 14. September feiert die Jüdische Gemeinde zu Berlin wieder ein Festival.

Dabei präsentiert sie die ganze Vielfalt jüdischer Kultur. Zu erleben sind Konzerte mit klassischer Musik ebenso wie Klezmer, Pop und Jazz. Eröffnet werden die diesjährigen Kulturtage am 4. September um 20 Uhr mit einem Konzert "Jochen Kowalski singt Max Kowalski". Auf einem Flohmarkt stieß der gefeierte Countertenor Jochen Kowalski auf ein abgegriffenes Notenbuch eines jüdischen Komponisten: "Zwölf Gedichte aus Pierrot Lunaire" von Albert Giraud. Weiter las er "Für eine Singstimme mit Klavier von Max Kowalski, op. 4".

Der Inhalt des Notenbuchs berührte den Sänger sofort. So hob er das Projekt "Jochen Kowalski singt Max Kowalski" aus der Taufe. Damit bestreitet er nun mit dem Voglerquartett und dem Pianisten Uwe Hilprecht das Eröffnungskonzert der Jüdischen Kulturtage. Des Weiteren sind zum Eröffnungskonzert Werke von Erwin Schulhoff, von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie Paul Dessau zu hören.

Ein weiterer Höhepunkt steht am 7. September um 20 Uhr in der Synagoge an der Rykestraße auf dem Programm. Frech, überraschend und respektlos - mit diesen Worten lässt sich die Band "Jewish Monkeys" aus Tel Aviv am besten beschreiben. Dabei wurde der Grundstein für diesen mitreißenden Act im Knabenchor der Frankfurter Synagoge gelegt. Dort lernten sich Doktor Boiko und Jossi Reich in den 70er-Jahren kennen. Drei Jahrzehnte später bildeten sie, mittlerweile nach Israel ausgewandert, mit Gael Sajdner und begleitet von Posaune, Akkordeon, E-Gitarre, Bass und Schlagzeug, eine Band, die geliebt wird für englischsprachigen Balkan-Klezmer-Rock und satirische Texte.

Am 10. September um 20 Uhr ist dann Yasmin Levy mit ihrer Band zu Gast. Für viele ist sie die Königin des Ladino. Doch bei ihrem Berliner Konzert schlägt sie eine neue Richtung ein. Anknüpfend an ihre jüngsten Veröffentlichung "Libertad" fügt sie bei ihrem Bühnenprogramm zum Drama und zur Leidenschaft des Flamenco und des argentinischen Tangos die gefühlvollen Rhythmen der türkischen Musik hinzu. Das ist eine Hommage an ihre sephardischen und türkischen Wurzeln.

Neben den Konzerten in der Synagoge an der Rykestraße bieten die Jüdischen Kulturtage auch Lesungen, Theater, Diskussionsabende, Workshops und anderes mehr.

Das detaillierte Programm gibt es im Internet auf www.juedische-kulturtage.org.

Bernd Wähner / BW
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