AWO bietet fachkundige Beratung zum Thema Kur

Janett Röthig und Conny Nikolay vor der Wand mit Dankespostkarten aus den Kurorten. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Wenn Mütter und Väter sich total überlastet fühlen, haben sie ein Recht auf eine Kur. Aber wie beantragt man solch eine Mutter-/Vater-Kind-Kur? Welche Unterlagen muss man einreichen? Wie wird die Kur finanziert? Wo findet man einen Kurplatz? Es gibt viele Fragen.

Das hält manche überlastete Eltern bisher leider ab, das Thema Kur anzugehen. Deshalb unterstützt sie die AWO-Gesundheitsberatung an der Dunckerstraße 1a.

Dabei handelt es sich um die einzige Kurberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt in ganz Berlin.

"Unser Angebot richtet sich an alle Familien mit im Haushalt lebenden Kindern", erklärt Beraterin Conny Nikolay. Familie, Erziehung, Stress am Arbeitsplatz, vielleicht auch Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme oder auch ein chronisch krankes Familienmitglied: Von vielen Müttern und Vätern fordert der Alltag ihre ganze Kraft. Sie geben alles, haben aber kaum noch Zeit für sich.

Ständige Überforderung führt auf Dauer zur Entwicklung von körperlichen, psychischen und psychosomatischen Krankheitsbildern. Conny Nikolay: "Diese beeinträchtigen dann das eigene Wohlbefinden und den Familienalltag. Dabei ist die persönliche Stärke und die gesundheitliche Stabilität der Eltern eine wichtige Voraussetzung für das gesunde Heranwachsen der Kinder."

Damit Eltern wieder neue Kraft für den Alltag sammeln können, gibt es die Mutter-/ Vater-Kind-Kuren. Auf diese haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch. Die Kur bietet ihnen die Möglichkeit zur aktiven Gesundheitsvorsorge oder zur Rehabilitation.

"Beantragt werden kann so eine Kur entweder von der Mutter oder vom Vater, je nachdem, wer sich mehr um die Kindererziehung kümmert", berichtet Conny Nikolay. "Zur Kur mitfahren können Kinder bis zum zwölften Lebensjahr, in besonderen Fällen auch bis 16 Jahre."

Über alle Rahmenbedingungen und Antragsformalitäten werden die Eltern in der AWO-Gesundheitsberatung informiert. Diese ist gemeinnützig und kostenfrei. Wie wichtig dieses Angebot ist, merken Conny Nikolay und ihre Kollegin Janett Röthig jeden Tag in ihrer Beratung. Viele Mütter und Väter wissen gar nicht, dass sie das Recht auf eine Kur haben. Außerdem scheuen sie sich, einen Antrag zu stellen. Schließlich geht es ja dabei um sie, die sonst immer zurückstecken.

Für eine Mutter-/Vater-Kind-Kur stehen in ganz Deutschland 84 Kurhäuser unter dem Dach des Müttergenesungswerks zur Verfügung. 21 davon werden von der AWO betrieben. Die meisten befinden sich an der Ostsee oder an der Nordsee.

Geöffnet ist die AWO-Gesundheitsberatung Berlin Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr sowie nach Absprache unter 40 30 14 10 und über den E-Mail-Kontakt berlin@gesundheitsservice-awo.de. Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage www.gesundheitsservice-awo.de.

Bernd Wähner / BW
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