"Bärlinde" wird für die Flussunterquerung präpariert

Mitte. Das auf den Namen Bärlinde getaufte Hightechwunder, das die U-Bahnröhren der U5-Verlängerung bohrt, hat seine Fahrt unterbrochen.

105 Meter hat sich das 700 Tonnen schwere Stahlmonster bereits vom Marx-Engels-Forum in Richtung Brandenburger Tor gewühlt. Doch jetzt macht die gigantische Bohrmaschine Pause. Bevor es 45 Meter unter der Spree hindurchgeht - teilweise nur fünf Meter unter fließendem Wasser -, "müssen alle Maschinenparameter an den Baugrund angepasst werden", wie U 5-Projektleiter Jörg Seegers sagt. Spezialisten werten derzeit die Daten der bisherigen Tunnelfahrt aus, warten die Hightechmaschine und checken alle Systeme. So müssen zum Beispiel die zahlreichen Werkzeuge und Schälmesser am riesigen Schneidrad (6,7 Meter im Durchmesser) an den Spreegrund angepasst werden. Auch die sogenannte Stützsuspension - die Flüssigkeit, in der sich das Schneidrad bei der Bohrung dreht - muss neu gemischt und an den Spreeboden angepasst werden.Ab Ende August wird sich das Eisenmonster wieder rotierend durch Mittes Untergrund fressen. "Bärlinde arbeitet bislang tadellos. Wir kommen sehr gut voran und sind zuversichtlich, dass das auch beim Unterqueren der Spree so bleiben wird", sagt Arne Brink von der Baufirma Bilfinger Construction, die die Mannschaft auf der Tunnelvortriebsmaschine kommandiert. Sieben Mann arbeiten auf der 75 Meter langen Anlage. Acht Meter schafft Bärlinde pro Tag. Während der Bohrer die Röhre durch die Erde fräst, werden automatisch die sogenannten Tübbinge verlegt. Das sind die Tunnelbauteile, die Verlegerobotor millimetergenau zusammensetzen. Der Abraum von vorn wird als Schlammgemisch über dicke Rohre zurück zum Marx-Engels-Forum gepumpt, entwässert und auf Lastenkähne im Bauhafen verladen. Bärlinde quält sich zweimal die 1,6 Kilometer lange Strecke durch Mittes Erdreich. Wenn das Bohrmonster am Brandenburger Tor angekommen ist, wird es wieder zerlegt und zurück zum Startschacht im Marx-Engels-Forum gebracht. Von dort beginnt dann erneut die Fahrt für die zweite Tunnelröhre.

Bis Herbst 2014 sollen die U-Bahntunnel im Rohbau fertig sein. Ab 2019 fährt die U 5 vom Osten umsteigefrei ins Regierungsviertel und zum Hauptbahnhof.

Auf der Seite www.BVG.de/TVM wird in einem Animationsfilm die komplexe Funktionsweise des gigantischen Tunnelbohrers erklärt.

Dirk Jericho / DJ
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