Baustellenchaos Invalidenstraße: Händler gründen Interessenvertretung

Mitte. Die von der Megabaustelle Invalidenstraße betroffenen Gewerbetreibenden haben sich im November zur Interessengemeinschaft (IG) "Existenzen bewahren" zusammengeschlossen. Es gibt erste Erfolge.

Seit über zwei Jahren ist die Invalidenstraße Dauerbaustelle. Der Senat lässt die Straße vierspurig ausbauen und verlängert die Straßenbahn vom Nordbahnhof bis zum Hauptbahnhof. Ende August wurde auch noch die Kreuzung Chausseestraße/Invalidenstraße für ein Jahr gesperrt, weil die BVG den alten U 6-Tunnel abdichten muss. Die Geschäftsleute leiden unter dem Baustellenchaos und haben bis zu 50 Prozent Umsatzeinbußen, wie Daniel Hinze sagt. Der Chef vom Subway-Restaurant ist Sprecher der neuen Interessengemeinschaft "Existenzen bewahren". 16 Gewerbetreibende rund um die Kreuzung sind bisher in der IG organisiert. Mitte November gab es eine Baustellenbegehung mit der BVG, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Denn die Baustelle ist der "absolute Supergau", so Hinze. Drei Trams und eine Buslinie fahren hier nicht mehr lang. Es fehlen Kunden; und die Leute, die sich durch den Warnbakenparcours quälen, sehen vor lauter Bauzäunen und Absperrgittern kaum noch die Geschäfte.

Wie Daniel Hinze sagt, zeige sich die BVG bisher kooperativ. So wurden bereits zusätzliche Strahler aufgestellt, weil sich Passanten abends kaum durch die düsteren Fußgängertunnel trauen. Zum Weihnachtsgeschäft sollen jetzt noch die blickdichten Planen von den Bauzäunen entfernt werden, damit man die Geschäfte auf der anderen Straßenseite sehen kann. Die BVG hat laut Hinze auch zugesagt, Hinweisschilder zu den Läden an den U-Bahn-Ausgängen und Bauzäunen anzubringen. Die Bezirkspolitiker unterstützen die Gewerbetreibenden. Die SPD-Fraktion hatte Anfang November ein erstes Vernetzungstreffen mit der ebenfalls von Baustellen geplagten IG Friedrichstraße organisiert. Deren Geschäftsführer Mateusz J. Hartwich will die Neulinge dabei unterstützen, eine schlagkräftige Truppe und gehörte Stimme bei Politik und Verwaltung zu werden. Das Bezirksamt soll die Händler bei den Anträgen auf Überbrückungshilfen helfen, hat der BVV-Wirtschaftsausschuss am 25. November beschlossen.


Dirk Jericho / DJ
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