Bezirk will über Zwingerschließung 2013 entscheiden

Stefan Klippstein (Mitte) und Mitstreiter hatten am 20. November das Dach des Bärenzwingers besetzt. (Foto: Bärenbündnis)

Mitte. Berlins Stadtbären dürfen vorerst bleiben. Der Bezirk stellt weiterhin rund 90 000 Euro für Personal und Zwinger zur Verfügung.

Im mit den Stimmen der Zählgemeinschaft aus SPD und CDU beschlossenen Haushaltsergänzungsplan 2013 ist auch der Bärenzwinger im Köllnischen Park weiterhin drin. Eine Tierpflegerstelle wird vorerst befristet für ein Jahr neu besetzt. Damit können Maxi und Schnute erstmal ganz entspannt ihren Winterschlaf in dem Bärenzwinger halten. SPD und CDU wollen sich mit dem Thema Zwingerschließung erst im kommenden Frühjahr erneut beschäftigen. Ein Antrag der Grünen, die Abgabe der Braunbären in ein Wildgehege jetzt zu planen, kam aus Zeitgründen nicht mehr dran. Die rot-schwarze Mehrheit habe sich für die Finanzierung von weiteren Monaten tierschutzrechlich zweifelhafter Tierhaltung ausgesprochen, sagte Franziska Briest von den Grünen. "Jetzt können die Bären nach ihrer Winterruhe nicht in eine tiergerechtere Haltung abgegeben werden, obwohl mehrere Bärenparks die Übernahme angeboten haben", so Briest. SPD und CDU hatten zuvor angesichts der finanziellen Notsituation im Bezirk ihre Bereitschaft signalisiert, die Bären in einen Wildpark abzugeben. Bürgermeister Christian Hanke (SPD) ist für den Umzug.

Tierschützer protestieren seit Wochen für die Schließung und fordern "Freiheit für Maxi und Schnute". Stefan Klippstein, Sprecher des Berliner Bärenbündnisses, protesierte auch vor dem Rathaus Mitte am BVV-Abend am 22. November. Zwei Tage zuvor hatte er mit zwei als Bären verkleideten Mitstreitern das Dach des Bärenzwingers besetzt, bis die Polizei die Tierschützer mit einer Drehleiter der Feuerwehr herunterholte. Der für den Zwinger zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU) erstatte Anzeige wegen Hausfriedensbruch, Nötigung und Tierquälerei. Der Polizeieinsatz wird den vermeintlichen Tierschützern teuer zu stehen kommen.

Tierexperten befürchten, dass die alten Bären eine Umsiedlung und die damit verbundene Narkose nicht überleben würden. Stadtbärin Schnute ist 31, Tochter Maxi 26 Jahre alt. In freier Wildbahn werden Braunbären selten älter als 25. Der Verein Berliner Bärenfreunde, der sich seit Jahren liebevoll um Mittes Bären kümmert, ist gegen die Umsiedlung der alten Damen und will, dass die Tiere in der 73 Jahre alten Zwingeranlage ihren Lebensabend verbringen können.


Dirk Jericho / DJ
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