Bisher fehlt für Rekonstruktion und ein Dachcafé Geld

Mitte. Die Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum stellt sich darauf ein, dass das wieder aufgebaute Schloss ohne die mächtige Kuppel auskommen muss, sondern eine abgespeckte Version erhält.

Der Deutsche Bundestag finanziert den Wiederaufbau des 1950 abgerissenen Berliner Schlosses mit 590 Millionen Euro. Hingegen ist die Wiederherstellung der von Andreas Schlüter gestalteten Barockfassade sowie der monumentalen Schlosskuppel Angelegenheit der Schloss-Stiftung. Allerdings sind von den dafür erforderlichen 80 Millionen Euro bisher nur 20 Millionen Euro an Spenden eingegangen. Das Manko von 60 Millionen zwingt zu Sparmaßnahmen. So wird, wenn das Geld nicht reicht, der Bau eines Dachcafés auf die Zukunft verschoben, und auch die Schlosskuppel würde sich erst einmal in einer abgespeckten Form zeigen. Wegen fehlender Gelder muss auch die Wiederherstellung der barocken Innenportale auf die Zukunft verschoben werden. Allerdings ist alles so vorbereitet, dass die nach historischen Vorlagen neu geschaffenen Sandsteinelemente später ohne Mühe eingebaut werden können.

Wie Manfred Rettig, Sprecher und Vorstandsmitglied der Stiftung, sagt, würden zehn bis zwölf Millionen Euro gebraucht, um die von König Friedrich Wilhelm IV. in Auftrag gegebene und von Friedrich August Stüler und Albert Dietrich Schadow nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaute Kuppel über der Schlosskapelle einschließlich ihrer Laterne und des Figurenschmucks zu rekonstruieren. Der unlängst wegen seines Engagements für das Humboldtforum mit der alten Barockfassade mit einer goldenen Schlossmedaille ausgezeichnete SPD-Politiker und frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse findet es nicht hinnehmbar, dass wegen ein paar fehlender Millionen auf die Wiederherstellung der Kuppel verzichtet wird, die unverzichtbar zu den elementaren Teilen des Schlosses gehört.


Helmut Caspar / HC
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