BVG macht U5-Baustelle zur Schaustelle

Guck mal, wer da schwitzt. Die BVG hat an ihrer U5-Baustelle auf dem Marx-Engels-Forum einen Aussichtssturm aufgestellt. (Foto: BVG)

Mitte. Die einen malochen, die anderen schauen zu. Auch die Baustelle auf dem Marx-Engels-Forum wird zur Attraktion für Baustellentouristen.

Bagger, Raupen, Kräne - eine Fahrt durch Berlins Zentrum ist ein Traum für jeden Jungen. Tausende Baumaschinen dröhnen auf hunderten Baustellen. Was die einen nervt, ist des anderen Freude. Vor allem Touristen schauen gern den Bauleuten zu, wie sie Häuser abreißen oder in riesigen Baulöchern arbeiten. Die rote Infobox am Potsdamer Platz hat Ende der 90-er Jahre das Baustellengucken zur Attraktion gemacht. Und auch am Schlossplatz bleibt jeder Handschlag unter Beobachtung. Mit der Humboldtbox steht bereits der Observationsposten für die Baustellentouristen, die den Schlossbau verfolgen wollen.

Die BVG möchte ebenfalls aus der Not eine Tugend machen und lässt Neugierige über den Bauzaun gucken. In der Rathausstraße neben dem Nikolaiviertel wurde in der vergangenen Woche ein 6,50 Meter hoher Infoturm aufgestellt. Von hier oben haben die Baufans beste Sicht auf Berlins Tunnelbaustelle für die U5-Verlängerung.

Vom Marx-Engels-Forum wird sich ab 2013 ein Riesenbohrer unter der Spree hindurch bis zum Brandenburger Tor durch den Untergrund wühlen und die Tunnelröhren graben. Für den Startschacht wurde eine 20 Meter tiefe Baugrube gebuddelt. In dem Loch wird der Riesenbohrer zusammengebaut. Der ganze Abraum wird über Förderbänder direkt auf Schiffe verladen, die am Spreeufer stehen. Derzeit können die Baustellentouristen vom Dach des knallgelben Turms zusehen, wie die Bauleute mit gewaltigen Maschinen 20 Meter lange Spezialnägel in den Boden treiben. Den eisernen Maulwurf wird man jedoch vom Beobachtungsposten nicht sehen können.

Im Bauch der Infosäule laufen Filme mit Fakten und Erklärungen zum U5-Lückenschluss. Die Passanten brauchen nur durch mehrere Bullaugen schauen. Die Videos, die auch Visualisierungen von den neuen Bahnhöfen zeigen, gibt es in deutscher und englischer Sprache. Eine große Karte an der Bauchseite des Turmes zeigt den Verlauf der Neubaustrecke. Auch der gesamte Bauzaun rund um das riesige Baufeld informiert umfassend über das U5-Projekt und als zusätzlichen Service über das benachbarte Nikolaiviertel.

Der U5-Lückenschluss soll 2019 fertig sein. Dann kommt man vom Osten umsteigefrei ins Regierungsviertel und zum Hauptbahnhof. Das Teilstück zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof wurde bereits 2009 als U55 eröffnet. Auf der Strecke werden die Bahnhöfe Unter den Linden (Ecke Friedrichstraße), Museumsinsel und Berliner Rathaus gebaut.

Die 433 Millionen Euro teure U-Bahn-Verbindung sollte ursprünglich 2017 in Betrieb gehen. Doch archäologische Funde am Roten Rathaus hatten das gesamte Projekt verzögert.

Alle Infos und detaillierten Baupläne zur U5-Verlängerng unter www.BVG.de/U5neu.

Dirk Jericho / DJ
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