DDR-Schulen müssen weichen für Markgrafenkarree

Abrissbagger reißen die frühere 19. POS in der Krausenstraße ab. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Nach jahrelangem Leerstand brechen Abrissbagger derzeit die zwei leer stehenden DDR-Plattenbauschulen in der Krausenstraße ab.

Die 19. Polytechnische Oberschule (POS) "Theodor Winter" liegt nur noch als Schutthaufen da, die 18. POS "Reinhold Huhn" ist demnächst fällig. Die früheren DDR-Schulen wurden vor ein paar Jahren wegen mangelnder Schülerzahlen geschlossen. Zuletzt war in beiden Gebäude die Charles-Darwin-Schule untergebracht. Die wurde mit dem Max-Planck-Gymnasium zusammengelegt und residiert nun in der Singerstraße. In den Schulen zwischen den Hochhäusern an der Leipziger Straße und der Grenzmauer vor dem Axel-Springer-Hochhaus lernten Kinder von Diplomaten und SED-Funktionären genauso wie von normalen Arbeitern und kinderreichen Familien, die mit der Partei nichts am Hut hatten. Auch Honecker-Enkel Roberto Yanez büffelte auf der 19. Oberschule hinter dem heutigen Jugendclub Werk 9 an der Markgrafenstraße. Der Flachbau war früher Speisesaal und Veranstaltungsort für die zwei baugleichen Schulen.

Der Liegenschaftsfonds hatte vor 18 Monaten das Areal an den Frankfurter Projektentwickler Gold.Stein verkauft. Geschäftsführer Erhard Ellenberger will nun auf dem Ex-Schulgelände etwa zehn Wohnhäuser bauen. Mehrere Architektenbüros entwerfen die Gebäude mit fünf Geschossen plus Staffelgeschoss.

Details will Ellenberger demnächst bekanntgeben. Der Projektentwickler verrät aber schon mal, dass er soeben sein 80-Millionen-Euro-Projekt Markgrafenkarree getauft hat. Ab Herbst 2014 sollen die ersten Mieter in die fertigen Häuser einziehen. Ellenberger sagte, dass die 380 Wohnungen "ganz normale Wohnungen und keine Luxuswohnungen" werden.

Die Sporthalle zwischen den Schulen bleibt stehen. Sie wird seit über drei Jahren von Albas Basketballern als Trainingszentrum genutzt. Der Klub hat die Sporthalle an der Schützenstraße für rund eine Million Euro saniert. Wie lange es den Jugendclub-Würfel vom Werk 9 noch geben wird, ist unklar.

Um das Areal städtebaulich zu vollenden, wird er wahrscheinlich irgendwann einem Neubau weichen. Gold.Stein-Chef Ellenberger hat sich für das Grundstück auf jeden Fall das Vorkaufsrecht gesichert, wie er bestätigt. Der Jugendclub stand schon mehrfach auf der Streichliste des Jugendamtes. Bisher konnte eine Schließung aber verhindert werden.


Dirk Jericho / DJ
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