Der Betreiber Sana gibt das "Haus der Gesundheit" auf

Mitte. Bittere Pille für Tausende Patienten. Das Sana Gesundheitszentrum verlässt das "Haus der Gesundheit" in der Karl-Marx-Allee 3.

Allgemeinmediziner, Orthopäden, Augenärzte, Urologen und einige Fachrichtungen mehr: Das "Haus der Gesundheit" ist für die vor allem älteren Patienten im Einzugsgebiet eine wichtige Einrichtung. Die Sana Gesundheitszentren GmbH (SGZ) als Betreiber des Ärztehauses gibt den Standort auf und zieht im Sommer 2014 in einen Neubau am Blumberger Damm nach Marzahn. Das neue Gesundheitszentrum, das am 1. Juli eröffnen soll, ist derzeit im Bau. Träger wird das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB). Wie Sana-Sprecherin Martina Franzen bestätigte, ziehen insgesamt 60 Mitarbeiter, darunter 24 angestellte Ärzte, nach Marzahn. Das vor genau 100 Jahren als sechsgeschossiges Geschäftshaus errichtete Gebäude gehört der AOK. Die Krankenkasse hat erst im August erfahren, dass Sana auszieht, wie Gabriele Rähse, Sprecherin der AOK Nordost, sagte. Die AOK hat im Haus ein Servicecenter, einen Pflegestützpunkt und bietet hier Gesundheitskurse. Diese Angebote sollen bleiben. Die AOK prüft jetzt die weitere Nutzung. "Alle Optionen sind offen, auch eine weitere gesundheitlich-ärztliche Nutzung des Standortes", so die Sprecherin.

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde seit 1923 als Ärztehaus genutzt. 1948 eröffnete hier am Alex die erste Poliklinik Berlins. Die SGZ hatten das Gesundheitszentrum 2005 vom Paritätischen Unternehmensverbund übernommen. Das Haus lasse "keine ausreichende Entwicklungsmöglichkeit mehr zu", sagte SGZ-Geschäftsführer Wilfried Ettl. Wegen der Denkmalschutzauflagen sei der Betreiber an seine Grenzen gestoßen. Die Patienten hätten zwar künftig eine längere Anreise nach Marzahn, dafür gebe es im neuen Gesundheitszentrum allerhöchste medizinische Standards. Zudem verfügen die SGZ in Friedrichshain und in Lichtenberg über weitere Praxen, an die sich Patienten wenden könnten, sagte Ettl. Er bedauerte, dass "der ein oder andere Patient vertraute Gewohnheiten ändern muss". Fast alle Patienten sind jedoch alt und meist gehbehindert und können ihrem langjährigen Arzt des Vertrauens nicht folgen.


Dirk Jericho / DJ
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