Die BSR unterstützt Berliner, die ihren Kiez sauber halten wollen

Angelina (19) und Darlene (20) von der BTB-Berufsfachschule nutzen Handschuhe, Warnwesten und Greifzangen aus dem Kehrpaket der BSR. (Foto: Kahle)

Berlin. Sie nennen sich Kehrenbürger und halten Spielplätze und Grünanlagen sauber. Weil sie wollen, dass ihr Kiez lebenswert bleibt. Dabei werden sie von der Berliner Stadtreinigung (BSR) unterstützt, die eine spezielle Seite im Internet betreibt. Dort können Aktionen angemeldet und sogenannte Kehrpakete bestellt werden.

Davon las auch Beata Hartmann, Fachdozentin an der BTB-Berufsfachschule für Sozialassistenz am Alexanderplatz. Sie unterrichtet unter anderem das Fach Abfallwirtschaft und Grünflächenpflege. "Das wäre doch etwas für uns", dachte sie.

Ihre Schüler und die Schulleitung waren begeistert. "Zum einen ließ sich die Aktion gut in den Stundenplan einbauen, zum anderen hatten wir die Möglichkeit, ein soziales Projekt - die Reinigung des Volksparks Friedrichshain rund um den Märchenbrunnen - tatkräftig zu unterstützen", sagt Silke Toll, stellvertretende Leiterin des BTB-Schulzentrums.

Kehrenbürger ist eine Wortschöpfung der BSR, ebenso Kehrpaket, das an die Carepakete der USA zur Unterstützung der deutschen Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Allerdings enthält das Kehrpaket der BSR keine Lebensmittel, sondern jene Utensilien, die notwendig sind, den Kiez zu verschönen, darunter Arbeitshandschuhe, Greifzangen, Besen, Mülltüten und Warnwesten.

Die Aktion Kehrenbürger richtet sich an Schulen und Kitas, an Bürgerinitiativen, Vereine und Unternehmen, die ihren Kiez, den Park oder Spielplatz nebenan, Innenhöfe oder Grünflächen verschönern wollen. "Es geht dabei um jene Bereiche, für die die BSR nicht zuständig ist", erklärt BSR-Sprecher Sebastian Harnisch.

"Kehrenbürger ist ein freiwilliger sozialer Dienst", sagt Darja (21), angehende Sozialassistentin im ersten Lehrjahr. "Die Aktion im Park macht Spaß und passt hervorragend in unser Ausbildungsprofil. Und bei der praktischen Arbeit lernen wir uns besser kennen." Ihr Klassenkamerad Ramon (25) verweist darauf, dass ein Park der Erholung dient. "Er ist aber auch oft eine Partyzone für junge Leute. Da bleibt einiges an Müll zurück. Und so ist es notwendig, nach dem Feiern auch sauber zu machen."

Darlene (20), stellvertretende Klassensprecherin, ärgert sich über Drogentütchen, Hygieneartikel, Einweggeschirr, Getränkedosen und -flaschen sowie Grillmüll auf den Wiesen des Volksparks. "Aber es war am Ende weniger, als wir gedacht hatten", freut sie sich.

Die Aktion Kehrenbürger der BSR gibt es seit 2005. Sie erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die BSR registrierte am Anfang rund 70 Aktionen mit rund 3000 Teilnehmern im Jahr. Mitte 2014 waren es bereits 100 Aktionen mit rund 4500 Teilnehmern.

Seit 2005 ist die BSR auch Mitglied im internationalen Aktionsbündnis "Clean up the World", welches sich weltweit für sauberere Städte einsetzt. Deshalb unterstützt sie auch den jährlichen Aktionstag für ein schönes Berlin im September.

Berliner, die eine eigene Kehrenbürger-Aktion organisieren möchten, können sich informieren und anmelden unter www.Kehrenbürger.de. Weitere Informationen gibt es unter 75 92 49 00; Info@Kehrenbuerger.de sowie auf www.BSR.de.

Michael Kahle / m.k.
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