Die Dombaumeisterin über ihre Pläne fürs Schlüter-Jahr

Charlotte Hopf zeigt im Dommuseum, wie man sich in DDR-Zeiten den wieder aufgebauten Dom ohne christliche Symbole vorgestellt hat. (Foto: Caspar)

Mitte. Der 300. Todestag des Berliner Hofbildhauers und Schlossbaumeisters Andreas Schlüter 2014 wirft seine Schatten voraus. An der Würdigung des Barockmeisters will sich auch der Berliner Dom am Lustgarten beteiligen.

Im Bode-Museum auf der Museumsinsel soll Schlüters Leben und Schaffen 2014 umfassend gewürdigt werden. Seine in der Skulpturensammlung aufbewahrten Arbeiten und weitere Leihgaben bieten dafür eine gute Grundlage.Mit Blick auf das Schlüterjubiläum plant die neue Dombaumeisterin Charlotte Hopf (35), die von Schlüter zu Beginn des 18. Jahrhunderts geschaffenen Prunksärge des ersten preußischen Königspaars Friedrich I. und Sophie Charlotte besser aufzustellen. "Wünschenswert wäre es, die aus den 80-er Jahren stammenden schmiedeeisernen Absperrungen um die vergoldeten Särge durch weniger bombastische Gitter zu ersetzen. In der heutigen Aufstellung kommen Schlüters Meisterwerke nur unzureichend zur Geltung, man kann kaum etwas sehen", bedauert die Dombaumeisterin, die seit September 2011 den Baubereich am Berliner Dom leitet. "Wir brauchen solche gewaltigen Absperrungen nicht mehr, denn heutige Sicherheitstechnik kommt mit dezenteren Mitteln aus."

Indes ist Schlüters Erbe im Berliner Dom laut Charlotte Hopf die Kür, viel wichtiger sei die Pflicht - nämlich weitere Sanierungsarbeiten an der Außenhaut und am Inventar. Derzeit wird ein Denkmalpflegeplan für Maßnahmen an der Natursteinfassade des 1905 eingeweihten Doms und seinen Metallfiguren und der Kupfereindeckung mit dem Ziel erarbeitet, das Eindringen von Wasser zu stoppen. "Der Eindruck täuscht, dass der Dom nach seinem Wiederaufbau seit den 80er-Jahren in Ordnung ist, in vielen der 516 Räume des Gebäudes gibt es zum Teil erhebliche Schäden", sagt die Architektin.

Charlotte Hopf liegt die Wiederherstellung eines riesigen Gipsmodells am Herzen, das der Bildhauer Otto Lessing 1891 nach den Plänen des damaligen Domarchitekten Julius Carl Raschdorff angefertigt hat. Dieses zwei Meter hohe Modell wurde Kaiser Wilhelm II. und der interessierten Kunstwelt präsentiert, die wegen des entfalteten Prunks geteilter Meinung war. Das Lessing’sche Modell existiert nur in Bruchstücken. Die Mittel für seine Wiederherstellung müssen erst noch gesammelt werden. Das Dommuseum besitzt eindrucksvolle Modelle des Gotteshauses am Lustgarten, das Modell von 1891 würde diese Dokumentation von Zeichnungen, Fotografien und Skulpturen wunderbar ergänzen, ist Charlotte Hopf überzeugt.


Helmut Caspar / HC
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