Diskussion über Zwangssterilisation und Mutterkult

Mitte. Die ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum und das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité laden am 3. Juni um 19 Uhr zu einer interessanten Podiumsdiskussion.

2014 soll für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde ein Gedenk- und Informationsort entstehen. Aus diesem Anlass geht es in der Podiumsdiskussion um die Anfänge der Bevölkerungspolitik von "Auslese" und "Ausmerze" ab 1933. Der Mutterkult war für die Nationalsozialisten fester Bestandteil dieser Familienpolitik bei der Schaffung einer idealen deutschen Volksgemeinschaft, die arisch, schön und gesund sein musste. Wer in dieses Bild nicht passte, bekam die nationalsozialistische Sexualpolitik knallhart zu spüren. Kurz nach der Machtübernahme 1933 verabschiedete die Hitler-Regierung das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", womit Zwangssterilisationen und später auch -abtreibungen legalisiert wurden. Ärzte machten bis 1945 etwa 400 000 Frauen und Männer unfruchtbar - insbesondere "geistig-seelisch" Kranke und sozial Unangepasste.

Auf dem Podium diskutieren Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, Astrid Ley, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Susanne Doetz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Medizin an der Charité. Die Runde wird von Johannes Tuchel, Leiter Gedenkstätte Deutscher Widerstand und derzeit Vorsitzender der ständige Konferenz der Leiter der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, moderiert.

Interessenten sollten sich bis zum 30. Mai per E-Mail, staendigekonferenz@orte-der-erinnerung.de, anmelden. Die Plätze im Medizinhistorischen Museum der Charité, Virchowweg 16, ist begrenzt.

Dirk Jericho / DJ
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