Erinnerung an Eisbär Knut, den Star des Berliner Zoo

Viele Berliner brachten Blumen zur Erinnerung an ihren Liebling Knut mit. (Foto: KT)

Charlottenburg. Mehr als vier Jahren lang zog ein kleiner Eisbär Millionen Menschen in aller Welt in seinen Bann. Das Bild von Knut wurde in vielen Ländern der Welt gedruckt, seine Geschichte begeisterte Millionen Tierfreunde.

Für viele Tierfreunde war es ein Schock, als sie am 19. März 2011 vom Tod des Eisbären erfuhren. Seit 24. Oktober hat Knut ein Denkmal an der Eisbärenanlage im Zoo. Er gesellt sich damit zu den anderen berühmten Tieren wie den Gorilla Bobby oder das Flusspferd Knautschke, deren Skulpturen ebenfalls im Zoo stehen.Aber Knut hat seine Vorgänger an Beliebtheit weit übertroffen. "Wir erinnern an das populärste Tier aus dem Zoo", betonte Zoochef Bernhard Blaszkiewitz. Er will vor allem den Kindern diese Figur zur Verfügung stellen.

Die Skulptur vor der Eisbärenanlage heißt "Der Träumer" und zeigt den kleinen Knut, der versonnen auf einer Eisscholle schläft. Diese Skulptur stammt aus der Werkstatt des Nürnberger Bildhauers Josef Tabachnyk. "Als der Medienstar verstorben war, hat der Förderverein beschlossen, ein würdiges Denkmal zu schaffen", so sagte der Vereinschef Thomas Ziolko. "Knut war der bekannteste Eisbär der Welt, der als junger Eisbär gemeinsam mit seinem Pfleger Thomas Dörflein die Herzen der Menschen erobert hat." Der Förderverein hat weltweit Spenden gesammelt. Insgesamt kamen 30 000 Euro zusammen, für die Skulptur wurden aber nur 15 000 Euro benötigt. Der Rest fließt in die Sanierung der Bärenanlage, die bis Anfang 2013 umgestaltet wird.

Gabriele Thöne von der Stiftung Zoo machte noch einmal deutlich, dass viele Menschen Knut bewundert haben. Der Eisbär habe damit eine besondere Bedeutung für den Zoo und für die ganze Stadt bekommen. Mit dieser Verehrung hat Knut "auch ein deutliches Zeichen für den Tierschutz und den Klimaschutz gesetzt", so betonte Gabriele Thöne. Sie erinnerte daran, dass es viele Diskussionen darüber gab, ob man im Zoo ein Wildtier mit der Flasche aufziehen darf. "Wir haben uns für das Leben entschieden und haben den Eisbären mit der Hand aufgezogen." Thöne erinnerte an die ganz besonderen Leistungen des Tierpflegers Thomas Dörflein, die "man nicht mit Geld aufwiegen kann". Es waren ganz besondere Beziehungen zwischen Mensch und Tier. Eines ist für Gabriele Thöne aber sicher: "Knuts Spuren führen hinaus in die Natur."

Der Förderverein für Zoo und Tierpark hatte im vergangenen Jahr einen Wettbewerb zum Knut-Denkmal ausgelobt. Daran haben sich 40 Künstler beteiligt. Der Entwurf von Josef Tabachnyk hat der Jury am besten gefallen.

Einig hundert Fans hatten sich schon am 24. Oktober bei der Einweihung im Zoo versammelt. Und so schmückten schnell rote und weiße Rosen die Skulptur. Auch brachten die Berliner Knuts Lieblingsspeisen wie Sonnenblumen und ein Croissant mit. Fans des Eisbären lagen sich in den Armen und erzählten sich Geschichten, wie sie Knut erlebt haben und in Erinnerung behalten werden.


Klaus Tessmann / KT
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