Erneute Kostensteigerung wegen Baupfusch

Mitte. Der Neubau des Bundesnachrichtendienstes in der Chausseestraße wird immer teurer.

Die Kosten für den Bau der Geheimdienstzentrale belaufen sich jetzt bereits auf 912 Millionen Euro. Der Bundestag hat letzte Woche die Mittel auf diese Summe aufgestockt. Ursprünglich sollte der BND-Bau 720 Millionen Euro kosten. Grund für die erneute Kostenexplosion sind Baupfusch beim Einbau der Lüftungsanlagen und dadurch bedingte Verzögerungen auf der Megabaustelle. In dem riesigen Gebäudekomplex mussten kilometerlange Lüftungsschächte wieder rausgerissen werden, da sie nicht nach den Hygienevorschriften verlegt wurden. Die Gesamtkosten mit Umzug und Einrichtungen belaufen sich nach bisherigen Kalkulationen auf rund 1,5 Milliarden Euro. Erst 2016 sollen die rund 4000 Agenten in die neue Geheimdienstburg auf dem Gelände des früheren Stadions der Weltjugend einziehen. Usprünglich war der Umzug 2012 geplant und wurde zuletzt auf 2015 verschoben. 2000 Mitarbeiter warten am Gardeschützenweg in Lichterfelde auf den Umzug; 2000 weitere müssen ihre Koffer im bayerischen Pullach packen. Schon nächstes Jahr kommen die ersten 170 BNDler der Logistik-Abteilung aus Pullach in den dann fertigen Nordflügel der riesigen Büroanlage.

Die Bauarbeiten auf dem zehn Hektar großen Areal hatten Ende Oktober 2006 begonnen. Das Hauptgebäude des Hochsicherheitstraktes ist 280 Meter lang. Der Bau, der nach Plänen des Berliner Architekten Jan Kleihues errichtet wird, ragt 30 Meter in den Himmel und ist 150 Meter breit.


Dirk Jericho / DJ
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