"Für ein schönes Berlin": Tausende machten mit

Taucher und Mitglieder des Tauchsportklubs Adlershof präsentieren die Ausbeute ihrer Unterwasser-Aufräumaktion am 14. September in Köpenick. (Foto: Harald Mühle)

Berlin. Frühschoppenstimmung am Kiosk des Mecklenburger Dorfs im Park beim Platz des 23. April, direkt an der Alten Spree in Köpenick gelegen. Wenige Meter vom Ufer entfernt türmen sich noch feuchte Metallteile. Ein verrottetes Fahrrad ist zu erkennen, ein Einkaufswagen, ein Motorrad-Rahmen.

Acht Männer vom "Tauchsportklub Adlershof im PSB 24" waren am Morgen in den Nebenarm der Spree hinab gestiegen, um nach Unrat zu suchen. Unrat, der für Badende ebenso gefährlich werden kann wie für die Schrauben von Motorbooten. Und natürlich auch für die Taucher, denn das Wasser hier ist trüb und nicht jeder Eisenträger sofort zu erkennen. Auch die "Schwalbe" hatte es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Als die Taucher, assistiert von acht Helfern an Land, das Moped nach oben hievten, bildete sich ein bläulich schimmernder Film auf dem Wasser. Der Tank war offenbar noch nicht ganz leer, als das Zweirad entsorgt wurde. Rund 30 Helfer aus dem Tauchsportklub waren am 14. September angerückt, um den Park und das Wasser von Müll und Unrat zu befreien.

Es gehört zur Tradition des Vereins, ein bis zweimal im Jahr an immer wieder anderen Stellen unter Wasser aufzuräumen. Und da bot es sich an, auch am Aktionstag "Mach mit! Für ein schönes Berlin" dabei zu sein. In diesem Jahr waren an mehr als 150 Orten in Berlin wieder zahlreiche Helfer zum Herbstputz auf Straßen, Plätzen, in Parks und in öffentlichen Einrichtungen unterwegs. So etwa bei der inzwischen vierten Aktion "Friedenau räumt auf", organisiert von der Bürgerinitiative Friedenau-Netzwerk. Oder im Tempelhofer Franckepark, wo etwa 20 Kinder und ihre Eltern emsig Müll zusammentrugen. Oder im Neuköllner Donaukiez, wo fünf Trommler der Gruppe Afroka mit westafrikanischer Perkussion die fleißigen "Kehrenbürger" lautstark unterstützten. Oder im Körnerkiez, ebenfalls in Neukölln, wo der Verein Multikultureller NachbarschaftsGarten Neukölln zahlreiche Helfer zum Herbstputz im Körnerpark zusammengetrommelt hatte. Oder auf dem Olof-Palme- und dem Hardenbergplatz, wo Mitarbeiter der Berliner Bank gemeinsam mit Angehörigen tatkräftig anpackten. Auf dem Einsatzplan der rund 200 Banker standen außerdem drei Schulen und ein Wohnprojekt für Jugendliche.

Sozusagen für die Zukunft haben Hausbewohner der Pallasstraße ein nahes Areal von Müll, Unrat und Unkraut bereinigt. Im nächsten Jahr wollen sie hier einen Bewohnergarten mit Beeten, einer kleinen Hütte und einem Spielplatz anlegen.

Auch die Berliner Stadtreinigung war wieder mit "Kehrpaketen" dabei, die Handschuhe, Greifzangen, Besen und Warnwesten für Erwachsene und Kinder sowie Müllsäcke enthielten. Außerdem holten BSR-Mitarbeiter wieder einen Großteil des angefallenen Mülls gleich vor Ort ab.

Zufrieden mit den Ergebnissen des Aktionstages sind die Mitarbeiter der Initiative wirBERLIN, die die Aktion organisatorisch vorbereitet hatten. Sie besuchten am Sonnabend viele der fleißigen Berliner, versorgten sie mit Brezeln und Wasser und überreichten Dankes-Urkunden.


Harald Mühle / Harald Mühle
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