Glückwünsche an Senioren werden trotz Sparzwang weiterhin versandt

Mitte. Dem enormen Sparzwang im Bezirk wären beinahe auch die Glückwunschschreiben zum Opfer gefallen, die das Sozialamt an Senioren zum Geburtstag versendet. Das Angebot wird nun allerdings nach Möglichkeit aufrechterhalten werden.

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte im September auf Antrag der Linkspartei gefordert, dass das Bezirksamt seinen Gratulationsservice trotz Sparzwang 2014 und 2015 aufrechterhalten solle. Bisher bekommen Bürger zu ihrem 75., 80., 85. und ab dem 90. Geburtstag sogar jährlich einen Gratulationsbrief aus dem Rathaus. Zum 85. und 90. Jubeltag klingelt es auf Wunsch auch an der Tür: Mitglieder der bezirklichen Sozialkommission - also Ehrenamtliche, die von der BVV bestimmt wurden - gratulieren zu den Geburtstagen persönlich.

Das Bezirksamt hat der BVV jetzt mitgeteilt, dass es "bemüht" sei, dem Antrag von September zu entsprechen. Momentan sei lediglich geplant, die Gratulationsschreiben zum 75. Geburtstag wegen der "sehr großen Anzahl" abzuschaffen. Hintergrund dafür sei außerdem der weitere Personalabbau in der Verwaltung. Außerdem gebe es das Angebot für 75-Jährige in keinem der anderen elf Berliner Bezirke. Dafür soll das Angebot in Mitte an anderer Stelle sogar ausgebaut werden. "Probeweise" seien in den vergangenen Monaten auch 80-Jährige an ihrem Geburtstag persönlich besucht worden. Sozialstadtrat Stephan von Dassel (B’90/Grüne) will das in Zukunft "weiter etablieren."

Zusätzliches Personal für den Service wird es auf lange Sicht allerdings nicht geben. Die Fraktion der Linken hatte vorgeschlagen, für die Gratulationsbriefe Mitarbeiter aus dem bezirklichen "Überhang" zu gewinnen. Also Mitarbeiter, die momentan keine Beschäftigung haben, aber dennoch weiter auf ihren Arbeitsvertrag im öffentlichen Dienst bestehen können. Das Bezirksamt teilt dazu mit, dass der Vorschlag aus formellen Gründen nicht umsetzbar sei. Schließlich sei im Personalkonzept genau festgelegt, welches Amt wie viele Stellen besetzen könne. Eine nachträgliche Aufstockung der Zahlen für das Sozialamt halten die Verantwortlichen nicht für möglich.


Ralf Liptau / flip
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