Großelterndienst sucht Wunschomas und Wunschopas

Die Wunschgroßeltern nehmen sich viel Zeit für die Beschäftigung mit ihren Wunschenkeln. So entsteht eine langfristige Beziehung. (Foto: privat)

Berlin. Kinder sind vor allem für Alleinerziehende eine große Herausforderung. Gut, wenn dann die eigenen Eltern helfen. Und wenn diese nicht vor Ort sind, springt der Großelterndienst ein.

"Seit 1989 stellen wir Alleinerziehenden in ganz Berlin Wunschgroßeltern an die Seite", sagt Helga Krull, Projektleiterin beim Großelterndienst, dessen Träger der Berliner Frauenbund 1945 ist. Momentan kümmern sich etwa 490 Wunschgroßeltern um rund 600 Familien mit etwa 800 Kindern in Berlin. "Wir hätten aber noch Bedarf für weitere 750 Familien. Wir suchen also noch Senioren, die gerne ihre Zeit zur Verfügung stellen wollen", sagt Krull. Wie deren Einsatz dann genau aussieht, das stimmen die Familien und die Großeltern untereinander ab. Der Großelterndienst vermittelt und stellt lediglich den ersten Kontakt her. Zudem bietet er den Senioren einen monatlichen Gesprächskreis und ein gemeinsames Frühstück sowie Weiterbildungsveranstaltungen und Ausflüge an. Doch erst einmal gilt es, nach einem Bewerbungsgespräch mit Helga Krull, bei dem auch ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis mitgebracht werden muss, die passenden Partner zu finden. "Wir sind sehr gewissenhaft dabei, schließlich möchten wir sichergehen, dass keine schwarzen Schafe dabei sind." Dennoch könne man keine 100-prozentige Sicherheit garantieren. Man habe unter den rund 3000 vermittelten Großeltern bisher lediglich zwei Personen dabei gehabt, bei denen es Beschwerden gab.

Ansonsten klappe die Partnerschaft sehr gut. Familien schicken ihre Anfragen meist online mit einer Kurzbeschreibung ihrer Situation, einem Foto sowie ihren Wünschen. Dann können sich die Großeltern anhand dieses Profils und der Fotos aussuchen, wo sie hinwollen. Es kommt zu einem ersten Treffen in den Räumen des Großelterndienstes. Ist man sich sympathisch, besucht man das Zuhause seiner zukünftigen Familie und bespricht dann das weitere Vorgehen. "Oft holen die Wunschgroßeltern die Kinder von der Kita ab, gehen mit ihnen auf den Spielplatz und bringen sie dann nach Hause, wo sie mit ihnen spielen oder ihnen etwas vorlesen", sagt Krull. Manchmal geht es auch in den Zoo oder ins Theater, je nachdem, was vereinbart wurde, wie bei richtigen Großeltern eben.

"Es geht um eine langfristige Partnerschaft. Im Durchschnitt bleibt man etwa sieben bis acht Jahre in der Familie und bekommt auch eine Bindung zu seinen Wunschenkeln", erläutert die Projektleiterin. Eine Oma habe immer noch Kontakt zu ihrem Wunschenkel und der sei bereits 28 Jahre alt.

Wer sich als Wunschoma oder Wunschopa einbringen will, sollte etwa 20 Stunden Zeit pro Monat einplanen. Die Bewerber sollten zwischen 50 und 70 Jahre alt und geistig fit sein.

"Großeltern sind keine Babysitter, sie sollten nicht nur für nächtliches Aufpassen eingesetzt werden. Es geht um eine langfristige Einbindung in die Familie", so die Projektleiterin.

Weitere Infos gibt es unter www.grosselterndienst.de.

Carla Marconi / C. Marconi
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