Hart erkämpft: Berlins beste Gesellen ausgezeichnet

Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD/rechts) im Gespräch mit Juliane Poetke, Elena Nawrocki und Jano Zech. (Foto: Handwerkskammer Berlin/Wolf)

Berlin. Die Arbeitskleidung gegen feinste Abendgarderobe eingetauscht. So erschienen die Gewinner und Gewinnerinnen des praktischen Leistungswettbewerbs der Deutschen Handwerksjugend 2012 am Mittwoch, 30. Januar, zur Auszeichnung.

Obwohl sie dort sind, um geehrt zu werden, wirken alle sichtlich nervös. Selbst die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, sagt zu Beginn ihrer Rede, dass sie sehr aufgeregt sei. Sonst halte sie nie Reden vor so großem Publikum. Alle lachen und bald schon sieht man ringsherum nur noch strahlende und stolze Gesichter, vor allem bei den Verwandten und Freunden der Gewinner und Gewinnerinnen. Und stolz können vor allem die vier Gesellen und Gesellinnen sein, die sogar auf Bundesebene die Besten waren. Unter diesen Glücklichen ist auch Juliane Poetke (25), Mutter von zwei Kindern und von Beruf Elektronikerin für Maschinen- und Antriebstechnik. Ihre Ausbildung hat sie bei Menzel Elektromotoren GmbH in Mitte absolviert. Als sie auf die Bühne geht, um ihre Urkunde und die Geschenke entgegenzunehmen, wird sie von ihren beiden kleinen Söhnen begleitet. "Meine Kinder sind meine Hauptaufgabe. Das war schon immer so", sagt sie und blickt liebevoll auf die beiden herab.

Die Anerkennung bedeute ihr unglaublich viel. Endlich könne sie mal beweisen, was sie wirklich kann, erklärt sie mit einem stolzen Lächeln. Auf die Frage, ob sie denn sehr viel habe lernen müssen, lacht sie nur und sagt, sie sei eigentlich immer etwas faul gewesen. Aber dieser Beruf würde ihr einfach liegen, darin sei sie talentiert.

Um so weit zu kommen wie Juliane Poetke, benötigt man eine große Portion Ergeiz und Durchhaltevermögen. Das wissen auch die anderen der 30 Landessieger, die berlinweit die besten Gesellen und Gesellinnen 2012 waren. Jeder von ihnen hat sich diese Auszeichnung hart erkämpft. Sicher haben einige auf diesen oder jenen Discobesuch oder auf einen Abend mit Freunden verzichtet, um sich stattdessen der Ausbildung zu widmen, vermutet Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin in seiner Rede. Viele der Anwesenden nicken zustimmend.


Lena Großkortenhaus / LG
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