Ingenieure ohne Grenzen sind weltweit im Einsatz

Der Student Marvin Kant (links) prüft in Tansania mit einem Partner aus der Region die Qualität des Regenwassers in den Zisternen. (Foto: Ingenieure ohne Grenzen)

Berlin. Sauberes Wasser war für die Bewohner des Dorfes Chonyonyo in Tansania mit langen Fußmärschen verbunden. Doch nach dem Besuch von Marvin Kant vom Verein Ingenieure ohne Grenzen änderte sich die Situation.

"Wir riefen mit einem Partner vor Ort ein Hilfsprojekt ins Leben", erklärt Marvin Kant, Student und angehender Wirtschaftsingenieur in Berlin. Seit 2011 engagiert er sich beim Verein, der im Dezember 2013 mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet wurde.

Die Hilfsorganisation wurde 2003 in Marburg gegründet und verfügt mittlerweile über 32 Regionalgruppen in ganz Deutschland. Seit seiner Gründung konnte der Verein mit etwa 100 Projekten in zahlreichen Ländern akute Probleme bei der Wasser- und Energieversorgung, im Sanitärbereich sowie beim Brückenbau lösen.

Das Geld dafür stammt meist aus Spenden oder Fördertöpfen. So auch für das Projekt in Tansania, das von Marvin Kant begleitet wird, der vor Ort die Grundwasserbohrung mit betreute. Allerdings gab es in Chonyonyo kaum Grundwasser. Und es konnte auch nicht genügend Regenwasser aufgefangen werden, denn es gab zu wenig mit Wellblechdächern gedeckte Häuser in dem Dorf. Darauf fällt normalerweise Regenwasser, das dann in Zisternen abgeführt wird. Ingenieure ohne Grenzen übernahmen den Bau der nötigen Zisternen, während einige Dorfbewohner sich durch Mikrokredite ein Wellblechdach finanzierten.

Zusätzlich ist der Verein an der Errichtung eines Mädcheninternats beteiligt. "Eine Zisterne für zwei bis drei Familien kostet etwa 2500 Euro. Für den Bau der ersten Lehrräume der Schule werden rund 100 000 Euro benötigt", weiß Kant.

Wichtig bei der Realisierung eines Projektes durch Ingenieure ohne Grenzen sei, dass es zusammen mit den Leuten vor Ort entwickelt und dann auch an die Einheimischen übergeben werde. "In Tansania soll die Wartung der Zisternen von den Dorfbewohnern übernommen werden, schließlich haben sie tagtäglich damit zu tun", sagt Marvin Kant.

Er war während seines Studiums auf den Verein gestoßen, weil er sich engagieren wollte. Kant gehört zu rund 600 ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins, wobei 60 Prozent der Helfer Studenten sind, zehn Prozent Rentner und 30 Prozent Berufstätige. Das sind jedoch nicht nur Ingenieure, sondern auch Menschen aus anderen Bereichen.

"Bei jedem Projekt sind auch die PR-Arbeit sowie das Fundraising sehr wichtig. Dafür suchen wir kreative Köpfe", sagt Marvin Kant. Zudem sollten Interessenten, die sich bei Ingenieure ohne Grenzen engagieren wollen, gemeinsam mit den Menschen vor Ort praktikable Lösungen entwickeln. Dies können Regenwasserzisternen sein, die Familien das ganze Jahr über mit sauberem Wasser versorgen und somit die Kindersterblichkeit verringern, oder eine Brücke, die zu einem Krankenhaus führt, oder Solarpaneele, die einen Kindergarten mit Strom versorgen.

Die Organisation achtet bei den Projekten auf einfache Lösungen, nutzt Materialien des lokalen Marktes und schult die Einheimischen im Umgang mit dem Projekt.

Weitere Informationen unter www.ingenieure-ohne-grenzen.org und 32 52 98 65.

Carla Marconi / C. Marconi
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