Institut zeigt Filme auf einer Wissenschaftsfassade

Skalierung von Mensch bis Atom. Screenshot aus dem Fassadenvideo. (Foto: www.pfadfinderei.com)

Mitte. Wissenschaftliche Filme flimmern neuerdings über die Fassade des Paul-Drude-Instituts für Festkörperelektronik (PDI) am Hausvogteiplatz.

Wissenschaftler forschen seit 30 Jahren in dem Plattenbau am Hausvogteiplatz 5-7. Zu DDR-Zeiten war hier das Zentralinstitut für Elektronenphysik der Akademie der Wissenschaften. Seit 1992 forschen in dem Haus Physiker des Paul-Drude-Instituts für Festkörperelektronik der Leibnizgesellschaft. Sie entwickeln Halbleitertechnologien und -materialien für elektronische Bauteile der Zukunft.Dass zur klassischen Hochkultur wie dem Konzerthaus am angrenzenden Gendarmenmarkt auch Themen der Hochtechnologie gehören, wollen die Wissenschaftler mit ihrer Science Fassade jetzt deutlich machen.

"Hightech in die Innenstadt" lautet das Motto der Kunstaktion. Normalerweise vermutet man solche Forschungsinstitute eher am Stadtrand wie in Adlershof, sagt der Physiker Carsten Hucho. Er ist Chef der PDI-Abteilung Technologie und Transfer. Medienkünstler haben aktuelle Forschungsergebnisse der PDI-Wissenschaftler zu einer Videoinstallation verarbeitet. Auf der 20 Meter langen Fassade an der Taubenstraße läuft bis zum 6. Januar eine sechsminütige Videoinstallation mit spektakulären Aufnahmen aus dem Forscheralltag. In einer Sequenz wird zum Beispiel das Thema Skalierung von der Größe eines Menschen bis zum Atom verdeutlicht. Eine andere verarbeitet künstlerisch Originalaufnahmen von Atomen aus einem Tunnelmikroskop. Die neue Wissenschaftsfassade am Hausvogteiplatz soll auch die Neugier für Wissenschaft wecken und "dem kulturell interessierten Laufpublikum einen emotionalen und direkten Zugang zur Wissenschaft bieten", wie es heißt.

Kultur an den "Stadtrand zu verlegen und aus dem populären Kulturbegriff herauszunehmen, ist angesichts der wachsenden Bedeutung von Hightech weder zeitgemäß noch sinnvoll", so Carsten Hucho. Die meisten von uns hätten heute mehr Nanotechnologie am Körper als Goethe im Regal.

Weitere Informationen unter www.science-interface.com.

Dirk Jericho / DJ
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