ISVK unterstützt Berliner Projekte der Gewaltprävention

Winfried Roll ist Geschäftsführer der "Initiative Schutz vor Kriminalität". Er hofft auf viele neue, vor allem junge Mitstreiter in seinem Verein. (Foto: Menge)

Lankwitz. Als sich vor 30 Jahren der gemeinnützige Verein "Initiative Schutz vor Kriminalität" (ISVK) gründete, um Projekte zur Gewaltprävention finanziell zu unterstützen, ernteten die Gründer Spott und Häme. Inzwischen ist Prävention salonfähig geworden. Der in Lankwitz ansässige Verein hat dazu beigetragen.

Die ISVK hat ihr Domizil auf dem Gelände der Polizeidirektion 4 an der Gallwitzallee. Vor fünf Jahren hat sie dort die ehemalige Hausmeisterwohnung bezogen. In den Räumen ist nur das Nötigste vorhanden. Die spartanische Einrichtung lässt die finanzielle Situation des Vereins erahnen. "Prävention hat keine Lobby", stellt Winfried Roll fest. Der Kriminaldirektor a. D. ist seit 2005 Geschäftsführer des Vereins und weiß, wovon er spricht.

Jahr für Jahr schrumpfen die finanziellen Mittel, die dem Verein für seine Arbeit zur Verfügung stehen. "Unsere Idee, Straftäter zur Kasse zu bitten und damit Präventionsprojekte zu finanzieren, wird nicht mehr richtig wahrgenommen. Diese wichtige Einnahmequelle ist inzwischen fast versiegt. Denn die Justiz weist der ISVK kaum noch Zahlungsauflagen in Straf- und Bußgeldverfahren zu", bedauert Roll. Aber die gewalt- und kriminalpräventiven Projekte werden größtenteils durch diese Zahlungsauflagen der Justiz finanziert. Insgesamt konnten seither über 450 Vorhaben mit rund 600.000 Euro gefördert werden. In Berlin waren das zum Beispiel 32.000 Euro für die Ausbildung der BVG-Schülerbegleiter und 36.000 Euro für das Grundschulprojekt gegen Gewalt. Außerdem unterstützt der Verein den Berliner Präventionspreis, der Projekte, Maßnahmen und Aktivitäten auszeichnet, die der Gewalt- und Kriminalitätsprävention dienen.

Um überhaupt die vielen Förderungswünsche erfüllen zu können, spart der Verein an allen Ecken und Enden. Die Verwaltungsaufgaben werden allein aus den Mitgliedsbeiträgen bestritten. Doch auch die Mitgliederzahlen sind rückläufig. "Wir würden uns über neue, junge Mitstreiter freuen", so Roll. Zu tun gibt es trotz allem genug. "Wir haben viele Ideen in Sachen Prävention."

Eine davon ist, dass Senioren von Senioren beraten werden. Dazu gehen pensionierte Vollzugsbeamte oder ehemalige Polizeibeamte in Senioreneinrichtungen, um über den Schutz vor Diebstahls- und Einbruchsdelikten zu informieren.

Weiterhin stehen Projekte in Schulen und Kitas auf dem Programm. Regelmäßig sorgt der Verein für die Ausstattung und Ausbildung von Konfliktlotsen und unterstützt Antigewalttrainings in Kitas.

"Auch wenn wir derzeit auf kleiner Flamme kochen und Jahr für Jahr ums Überleben kämpfen müssen, lassen wir uns nicht entmutigen", sagt Winfried Roll. In der Zukunft möchte sich der ISVK mehr in der Öffentlichkeit präsentieren. So nutzt er den Landespräventionstag regelmäßig, um Kontakte zu Richtern und Staatsanwälten zu knüpfen und das Ansinnen des Vereins bekannter zu machen.

"Dann werden wir vielleicht auch von der Berliner Justiz wieder wahrgenommen werden", hofft Roll.

Weitere Informationen im Internet unter www.isvk.de.

Karla Menge / KM
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