Kulturleute entwickeln Zukunftsstrategien für Wedding-Moabit

Ein Wochenende voll Livemusik und Kultur. Teresa Bergmann gibt mit ihrer Band ein Gratiskonzert auf dem Nettelbeckplatz. (Foto: Kulturfestival Wedding/Moabit 2013)

Wedding. Nach dem ersten Kulturfestival Wedding-Moabit Mitte September geht es nun um die Zukunft des Netzwerks. 130 Veranstaltungen, über 400 Künstler, etwa 12.000 Besucher. Das erste Kulturfestival Wedding-Moabit war ein erfolgreicher Auftakt. Jetzt sollen am 21. November und 4. Dezember alle interessierten Kulturakteure in Workshops diskutieren, wie es mit der Kulturoffensive weitergehen soll.

Unter dem Motto "Produktion.Straße.MitteKult" geht es darum, sich auf eine Marschrichtung zu einigen und was ein Kulturbüro als Interessenverband und Kulturlobby leisten kann. Ziel der mit insgesamt 120.000 Euro geförderten Kampagne ist es, die vielen Einzelprojekte zu vernetzen und die Kunst- und Kulturszene als Aufwertungsfaktor für die schwierigen Kieze zu stärken. Das Geld für die Anschubfinanzierung kommt aus den Senatsprogrammen für die Fördergebiete Wedding und Moabit und vom Kulturamt. Die einen haben vor allem die absturzgefährdeten Gebiete im Fokus, die anderen den Gesamtbezirk.

Die Künstler selbst sollen jetzt in den Workshops ihr Selbstverständnis entwickeln, was das Kulturnetzwerk sein soll. Das Bezirksamt hatte in der Festival-Ausschreibung den Titel "Kult in Mitte" vorgegeben. Während etliche Aktivisten ganz bewusst Wedding und Moabit betonen, setzen andere auf das große Ganze.

"Wir müssen viel größer denken, Grenzen bringen uns nicht weiter", sagt zum Beispiel Eberhard Elfert von der Arbeitsgemeinschaft zur Neuausrichtung des Kulturfestivals Wedding und Moabit 2013/2014, die den Gründungsprozess für das Kulturnetzwerk organisiert. Sein ARGE-Mitstreiter Jochen Küpper hingegen glaubt eher an das besondere Flair der Weddinger und Moabiter Kunst- und Kulturszene. "Wir verstehen uns nicht als Mitte", sagt er. Jeder ist eingeladen, bei den Workshops mit zu diskutieren. "Das Ergebnis ist völlig offen, nichts wird von außen vorgegeben", sagt Elfert.

Nur die Kulturleute entscheiden, wer sie sein wollen, was sie brauchen oder was sie von einem Kulturnetzwerk erwarten. Geleitet werden die Workshops von zwei Künstlerinnen, die auch Experten für Gründungsprozesse und Markenentwicklung sind. Karla Reimert Montasser ist Autorin und Unternehmensberaterin, die Kunsthistorikerin Käthe Wenzel auch Kunstprofessorin. Die Dozenten holen zusätzlich zu den Künstlerworkshops auch die Verwaltungsleute (Kulturamt) und Stadtplaner (Quartiersmanager) an den Tisch, die für die Kulturszene zuständig sind und die Fördertöpfe verwalten.

Ende Januar soll die Richtung stehen, wohin die kulturpolitische Reise gehen soll. Ob das Festival im kommenden Jahr Wedding und Moabit im Titel haben wird, ist noch offen. "Vielleicht gibt es ein Großfestival Mitte, vielleicht auch separate Veranstaltungen für Wedding und Moabit", so Kulturmanager Eberhard Elfert.

Alle Informationen zum neuen Kulturnetzwerk und den Workshops im Internet http://produktionsstrassemittekult.wordpress.com.

Dirk Jericho / DJ
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.