Kulturstadträtin will beide Büchereistandorte erhalten

Mehr Lösche statt weniger: Die Kulturstadträtin sucht nach einem größeren Standort für die Bücherei. (Foto: Liptau)

Mitte. Seitdem die SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im vergangenen Sommer beantragt hat, die Hansa- und die Bruno-Lösche-Bibliothek an einem Standort zusammenzuführen, ist die Verunsicherung in den Kiezen groß. Die zuständige Stadträtin will allerdings ausdrücklich beide Standorte erhalten.

Nachdem der Aufschrei gegen eine mögliche Schließung der Hansabibliothek im Hansaviertel im Sommer laut und deutlich zu vernehmen war, war der SPD-Antrag schnell vom Tisch. Die Verunsicherung ist dennoch geblieben. Und zwar auch im östlichen Moabit, wo Anwohner um die beliebte Bruno-Lösche-Bibliothek fürchten. Während die für Kultur und Weiterbildung zuständige Stadträtin Sabine Weißler (B’90/Grüne) für die Hansabibliothek explizit ihr Festhalten am Standort angekündigt hat, stehen in Moabit in jedem Fall Veränderungen an. "Das heißt aber nicht, dass ich die Lösche-Bibliothek schließen will", betont Weißler. Ganz im Gegenteil: "Es soll ein größeres Haus geben." Denn der jetzige Standort in der Perleberger Straße 33 platze aus allen Nähten. Vor allem seitdem die Brüder-Grimm-Bibliothek in der Turmstraße 75 vor zehn Jahren geschlossen wurde, gebe es kaum Räume für Kinder- und Jugendangebote. "Da bewegen wir uns in unglaublich engen Grenzen", so Weißler.

Wie bereits seit Monaten debattiert, stellt sich die Stadträtin nach wie vor eine Zentralbibliothek auf dem Schultheiß-Gelände an der Ecke Strom- und Perleberger Straße vor. "Die Planungen hierfür stehen allerdings in den Sternen", sagt die Stadträtin. Denn das Grundstück, auf dem vor allem auch ein Einkaufszentrum entstehen soll, hat im Januar den Besitzer gewechselt. Den neuen Investor, Harald Huth, werde sie nun anschreiben und um ein Gespräch bitten. Die beiden kennen sich schon aus einem ähnlichen Kontext. Denn Huth hat auch das Einkaufszentrum "Das Schloss" in Steglitz errichtet, in dem eine öffentliche Bibliothek mit untergebracht ist. Weißler war zur Bauzeit Leiterin des Kulturamtes und des Fachbereichs Bibliotheken im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf.

Die Stadträtin betont, dass sie die Lösche-Bibliothek am jetzigen Standort nicht schließen werde, bevor kein neues besseres Quartier gefunden ist. "Und es muss in unmittelbarer Nähe der heutigen Bibliothek sein." Das Schultheiß-Areal erscheint ihr dafür ideal. "Ich bin da neulich mal gelaufen. Da muss man vom jetzigen Standort aus wirklich nur über eine Ampel und ist in fünf Minuten dort."


Ralf Liptau / flip
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