Monbijoupark wird noch in diesem Jahr erweitert

Mitte. Die 1951 für die Kunsthochschule Weißensee gebauten Atelierhäuser im Monbijoupark werden "zeitnah" abgerissen, wie Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) sagte.

Sein Tiefbauamt holt bereits Angebote von Abrissfirmen ein. Damit ist nach den Diskussionen der letzten zwei Jahre das Ende der Häuser besiegelt. Die BVV hat das Abrissmoratorium von 2011 aufgehoben. Wie berichtet, will der Bezirk die früheren Atelierhäuser der Kunsthochschule Weißensee abreißen, um den Park zu erweitern. So steht es seit Jahren im Bebauungsplan. Doch während der Sommerkunstaktion "based in Berlin" im Sommer 2011 gab es unter anderem von Mittes ehemaligen Baustadträten Dorothee Dubrau und Thomas Flierl Forderungen, die 1951 gebauten Gebäude als Kunst- und Ausstellungshaus zu erhalten. Die Fotogalerie C/O Berlin wollte in den Monbijoupark ziehen. Dafür hätte jedoch der Bebauungsplan geändert werden müssen. C/O wird nun vom Alten Postfuhramt in das Amerika Haus neben dem Bahnhof Zoo umziehen. Damit sind die Diskussionen um eine weitere Nutzung der maroden Atelierhäuser vom Tisch.

Laut Carsten Spallek sind die beantragten Gelder von rund 800 000 Euro für den Abriss noch nicht bewilligt. Er geht jedoch davon aus, dass der Finanzsenator trotz bestehender Haushaltssperre die Mittel freigibt, weil die Aufgabe der Atelierhäuser Bestandteil des bezirklichen Konsolidierungskonzept ist. Der verschuldete Bezirk muss etliche Immobilien aufgeben, weil sie zuviel kosten. "2013 kommen die Atelierhäuser weg", legt sich Spallek fest. Nach gültigem Bebauungsplan sollen zur Parkerweiterung auch der alte Charite-Bunker und die Charite-Kita an der Monbijoustraße abgerissen werden, um einen Zugang in den Park zu bauen.

Auf dem Bunkerdach betreibt Kulturunternehmer Christian Schulz zwei Märchenhütten. Die Holzhäuser werden vom Bezirk nur geduldet, eine Baugenehmigung dafür gibt es nicht. Ob der Bunker stehen bleiben kann, ist derzeit noch offen. Bis auf die Grünen, die seit Jahren die Märchenhütten weghaben wollen, unterstützen die Bezirksverordneten Schulz‘ Hexenkessel-Theater.


Dirk Jericho / DJ
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