Polen baut neue Botschaft am Brandenburger Tor

Staatssekretär Jerzy Pomianowski präsentierte in Warschau den Siegerentwurf von Jems Architekten. (Foto: Mariusz Kosinski)

Mitte. Das seit über zwölf Jahren leerstehende Gebäude des früheren Botschaftssitzes der Volksrepublik Polen in Ost-Berlin wird im kommenden Jahr abgerissen.

An der prominenten Stelle am Boulevard Unter den Linden 70-72 baut Polen seine neue Botschaft. Das polnische Außenministerium hat jetzt den Entwurf des Büros Jems Architekten aus Warschau mit dem ersten Preis ausgezeichnet. 2016 soll der 40 Millionen Euro teure Neubau unweit des Brandenburger Tores neben dem Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds eröffnet werden. Die Baugenehmigung "ist im Gange", wie Botschaftssprecher Jacek Biegala sagte. Die Genehmigung für den Abriss des Hauses liegt seit Jahren vor.

Der Senat hatte ihn trotz Denkmalschutz der DDR-Häuser aus den 1960-er Jahren erlaubt, war aber mit den ersten Entwürfen von 2000 für einen Neubau nicht zufrieden, weil die Fassade nicht zu den Gestaltungsrichtlinien für die Straße Unter den Linden passte. Ein Grund war auch, dass die Erdgeschossbereiche am Lindenboulevard zu abgeschottet waren. Nach den jetzigen Plänen wird es im Eingangsbereich öffentliche Ausstellungen geben, denn das polnische Institut Berlin zieht von der Karl-Liebknecht-Straße 7 in der Nähe des Hackeschen Marktes ebenfalls in den Botschaftsneubau. "Diese Pläne gab es bereits damals", sagte Botschaftsrat Biegala. Im Kulturinstitut gibt es Ausstellungen, Konzerte, Filme, Theater und vieles mehr. "Wir wollen ein offenes Gebäude sein und uns zur Straße öffnen", betont Biegala. Etwa 60 Menschen, "von der Putzfrau bis zum Botschafter", so der Sprecher, werden in der neuen Botschaft arbeiten. Bis zu 15 Angestellte werden im hinteren Teil des tief nach hinten gehenden Grundstücks mit ihren Familien auch wohnen. Das sind vor allem Fahrer, Hausmeister und Sicherheitsleute. Der Komplex mit zwei Innenhöfen hat auch ein haushohes Atrium. In die Büros ziehen Mitarbeiter der Konsular- und Wirtschaftsabteilung, die derzeit noch im Botschaftsgebäude in Grunewald und in mehreren weiteren Außenstellen arbeiten. Für den Botschafter wird die Villa in der Lassenstraße 19-21 zur Residenz ausgebaut. Das Haus in Grunewald ist seit 1994 Sitz der polnischen Botschaft, die damals von Köln nach Berlin gezogen war. Derzeit wohnt der polnische Botschafter in einer Villa in Zehlendorf.


Dirk Jericho / DJ
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