Sportvereine buhlen um Mitglieder

Berlin. Die Deutschen sind Meister im Vereinegründen. Gab es in den 60er-Jahren 60.000 eingetragene Vereine, so sind es heute rund 600.000.

Sobald sich drei Deutsche treffen, gründen sie einen Verein, heißt es etwas spöttisch über diese deutsche Leidenschaft. Ob ADAC, Kaninchenzucht oder Bürgerinitiative - es gibt kaum einen Bereich, der ohne Verein auskommt. Am verbreitetsten sind Sportvereine. Bundesweit gibt es über 90.000, in denen im vergangenen Jahr 27.774.550 Menschen aktiv waren. Deren Engagement geht häufig über das bloße Sporttreiben hinaus. "Gerade in den Kommunen übernehmen Vereine wichtige Aufgaben bei der Integration von Menschen unterschiedlicher Gruppen", erklärt der Berliner Soziologe Dr. Eckhard Priller. Doch auch Sportvereine verlieren heute Mitglieder. Gründe sind berufliche Mobilität und alternative Angebote zur vereinsgebundenen Sportausübung wie Fitnesscenter. Gegen diesen Trend verzeichnet der Deutsche Golf Verband (DGV) noch vor dem Deutschen Fußball- und dem Deutschen Turner-Bund einen Zuwachs. Gründe dafür sind der relative Neuigkeitswert als Sportart, der Verlust des exklusiven Charakters und das Entstehen neuer Spielmöglichkeiten, so Piller. Dieses Beispiel zeige aber auch, dass der gute alte Sportverein heute noch hochaktuell sein kann.


Christian Sell / csell
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