Tierärzte haben Schnute und Maxi untersucht

Mitte. Amtstierarzt Dr. Hans-Joachim Bathe-Peters und ein Tierarztkollege der internationalen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" haben am 10. Juni die Bären Maxi und Schnute untersucht.

Ihr Urteil wird darüber entscheiden, ob die 31 (Schnute) und 26 (Maxi) Jahre alten Damen in einen Bärenpark ausgewildert werden können. Das Ergebnis der Tierschau will Bathe-Peters erst dem zuständigen Stadtrat Carsten Spallek (CDU) mitteilen. "Wir haben uns eine einheitliche Meinung gebildet", sagte der Amtstierarzt nur. Auf einer Pressekonferenz soll das Gutachten vorgestellt werden. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Zweiter Tierarzt war Dr. Frank Göritz vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW). Göritz ist ein ausgewiesener Bärenexperte, mit dem die Tierschutzstiftung "Vier Pfoten" seit Jahren zusammenarbeitet, wie Sprecherin Melitta Töller sagte. Sie hatte dem Bezirk empfohlen, den Fachmann hinzuzuziehen. Zu den Ergebnissen konnte Töller nichts sagen, "weil das Gutachten noch nicht fertig ist".

Nach Informationen der Berliner Woche lehnen die Tierärzte eine Narkose der Bären ab, weil sie zu riskant ist und zum Tod der bereits sehr alten Bären führen kann. Um die Tiere ohne Narkose zu transportieren, müssten sie über längere Zeit an die Transportboxen gewöhnt werden. Dass Mama Schnute und Tochter Maxi solch ein Training mitmachen, bezweifeln allerdings die Pflegerinnen.

Tierschützer fordern seit Jahren die Auswilderung der Tiere in einen Bärenpark. Unter dem Motto "Freiheit für Maxi und Schnute" hat sich im vergangenen Jahr ein Berliner Bärenbündnis gegründet.

Der Bezirk will die Schließung des 1939 eröffneten Bärenzwingers im Köllnischen Park vom Urteil der Tiermediziner abhängig machen. Deshalb wurde die Untersuchung beauftragt. Die politische Entscheidung über die Zukunft der Stadtbären will Spallek nicht ohne Votum der Bezirksverordnetenversammlung treffen.

Der Wildpark Johannismühle im Süden von Berlin als auch der Bärenwald Müritz in Mecklenburg-Vorpommern würden die Bären aufnehmen.

Der Verein Berliner Bärenfreude, der sich seit Jahren liebevoll um Mittes Bären kümmert, ist gegen die Umsiedlung der alten Damen und will, dass die Tiere in der 73 Jahre alten Zwingeranlage ihren Lebensabend verbringen können.


Dirk Jericho / DJ
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