U-Bahnen fahren ab 17. November wieder durch

Präsentation im Gleisbett: BVG-Projektleiter Carsten Liebich erklärt, wie der neue Kreuzungsbahnhof aussehen wird. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Keine zwei Wochen mehr, dann ist die U-Bahnlinie 6 wieder komplett befahrbar. Fahrgäste mussten wegen des Neubaus der Tunnelröhre seit Sommer 2012 zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Französische Straße zu Fuß gehen.

Nackter Beton, Kabel hängen an den Wänden und das Licht kommt aus provisorisch angeschraubten Neonröhren. Die neuen Gleise liegen im 140 Meter neuen Bauwerk und sind an die Strecke angeschlossen. Ab 17. November rollen die U6-Züge wieder Unter den Linden durch. "Wir werden den Termin halten", sagte BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta bei der Besichtigung des Tunnels, den die BVG in den letzten Monaten komplett neu gebaut hat. Er hängt wie eine "Stahlbetonbadewanne" unter der Kreuzung Unter den Linden / Friedrichstraße, wie BVG-Projektleiter Carsten Liebich sagte.

Der alte U6-Tunnel musste abgerissen und komplett ersetzt werden, weil er als zukünftiger Bahnhof Unter den Linden mit der neuen U5-Linie verbunden wird. Die sogenannte Kanzlerlinie führt Unter den Linden entlang und verbindet die Strecke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor. 2019 soll das 433 Millionen Euro teure Bahnprojekt fertig sein. Eine Schildvortriebsmaschine gräbt sich seit Juni vom Marx-Engels-Forum Richtung Brandenburger Tor. Derzeit parkt der Riesenmaulwurf unter dem Schlossplatz.

Die neue U5-Linie führt unter dem U6-Tunnel durch. Der Bahnsteig befindet sich 35 Meter unter der Straße und ist damit einer der tiefsten in Berlin. Mit Rolltreppen werden die U-Bahnschächte miteinander verbunden. In der Zwischenebene des Kreuzungsbahnhofs gibt es Geschäfte. Der Hauptzugang wird auf der Mittelpromenade Unter den Linden gebaut. Wenn der neue Bahnhof 2019 eröffnet, wird der U-Bahnhof Französische Straße geschlossen. Für das denkmalgeschützte Bauwerk gibt es schon zahlreiche Interessenten, die daraus eine Galerie oder eine abgefahrene Eventlocation machen wollen. Die U-Bahn könnte hinter Panzerglaswänden durch den alten Bahnhof fahren, so eine Idee.

Die gesperrte Friedrichstraße bleibt für den Autoverkehr vorerst dicht. Die BVG wollte die Straße mit Fertigstellung des U6-Tunnels eigentlich wieder aufmachen. Doch Computersimulationen der Verkehrsexperten hätten ergeben, dass man damit die "Situation nur verschlimmbessern würde", so Liebich. Der Kreuzungsbereich Unter den Linden bleibt wegen des Baus des Kreuzungsbahnhof noch lange Dauerbaustelle. Die Friedrichstraße soll erst im kommenden Frühjahr wieder geöffnet werden.

Der Innenausbau des von 7,5 auf 18 Meter verbreiterten neuen U6-Tunnels soll 2017 beginnen. Die Bahnsteige werden auch erst dann gebaut. Die Arbeiten im Tunnel laufen auf Hochtouren, weil zum Beispiel die Signaltechnik noch installiert wird.

Sollte der Eröffnungstermin 17. November nicht gehalten werden, droht Chaos. Die Bahn sperrt am 21. November den Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn und verlegt neue Gleise. Die Linien S1, S2 und S25 fahren dann zwischen Nordbahnhof und Anhalter Bahnhof nicht mehr. Deshalb wird die U6-Verbindung dringend benötigt.


Dirk Jericho / DJ
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