Bezirk will keine Turnhallen mehr zur Verfügung stellen

Mitte. Das Bezirksamt will dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) keine Turnhallen oder andere bezirkliche Gebäude mehr als Notunterkunft zur Verfügung stellen.

Das hat Bürgermeister Christian Hanke (SPD) LAGeSo-Präsident Franz Allert mitgeteilt. Allert hatte die Bezirke gebeten, weitere Einrichtung zur Notunterbringung zu benennen. Das LaGeSo habe "die erheblichen Potenziale von Hotels und Hostels sowie leerstehende private, Landes- und Bundesimmobilien nicht ausreichend geprüft", so Hanke. Sporthallen seien ungeeignet und die letzte aller Optionen. Die Situation für den Schul- und Vereinssport sei ohnehin schon angespannt, so Schulstadträtin Sabine Smentek (SPD). Sie befürchtet, dass die Vereine "ihre Willkommenskultur verlieren", wenn immer mehr Turnhallen zu Notunterkünften werden. Bisher werden in Wedding und Tiergarten vier leerstehende Schulen sowie eine Turnhalle als Flüchtlingsheim genutzt. Das LaGeSo möchte auch die ungenützte Schule in der Adalbertstraße haben.

Fußballvereine haben Probleme, Ersatztrainingszeiten zu bekommen, weil auf einem Platz im Moabiter Poststadion zwei Traglufthallen als Notunterkunft aufgestellt wurden. Der Bezirkssportbund steht voll hinter Hankes Nein. "Mitte ist einer der am schlechtesten mit Sporthallen versorgten Bezirke", sagte Präsident Frank Schoenberner. Es seien wegen der Schulentwicklungsplanung bereits Hallen geschlossen worden. Und seit November ist die in der Putbusser Straße wegen Schimmel zu. "Der Bezirkssportbund als Vertreter der Sportvereine steht gemeinsam mit der großen Mehrheit der Bevölkerung zu der Verantwortung, dass wir Flüchtlingen helfen müssen", sagte Schoenberner. Aber auch er glaubt, "dass es zahlreiche leerstehende Gebäude im Bezirk gibt, die eher zu einer menschenwürdigen Unterbringung hergerichtet werden können". "Das LaGeSo und die zuständige Senatsverwaltung müssen nach zwei Jahren Reagieren nun endlich zum Agieren kommen und planvoll alle räumlichen Ressourcen in Berlin nutzen und nicht jeden Monat neue Notlösungen präsentieren", so Hanke. In Mitte sind über 1900 Flüchtlinge in vier Gemeinschaftsunterkünften und sechs Notunterkünften untergebracht.


Dirk Jericho / DJ
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