Gesundheitspreise für Charite-Projekte: Kinderschutz und psychiatrische Behandlungskonzepte geehrt

Privatdozentin Dr. Sibylle Maria Winter und Loretta Ihme, ehemalige Kinderschutzkoordinatorin der Charité, nahmen die Auszeichnung im Namen der Kinderschutzgruppe von Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, entgegen (v.l.n.r.). (Foto: AOK-Bundesverband)

Mitte. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat im Gebäude des AOK-Bundesverbandes in der Rosenthaler Straße Projekte zur interprofessionellen Zusammenarbeit mit dem Berliner Gesundheitspreis prämiert.

Bereits zum zehnten Mal wurde am 17. Juni der Berliner Gesundheitspreis verliehen. Das Motto lautete „Zusammenspiel als Chance“.

Der AOK-Bundesverband, die Ärztekammer Berlin und die AOK Nordost wollten mit dem bundesweiten Ideenwettbewerb Projekte ehren, in denen verschiedene Abteilungen und Berufsgruppen im Krankenhaus effektiv zusammenarbeiten. Den mit 25 000 Euro dotierten ersten Preis gewann die Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus für ihr „Weddinger Modell“.

Das ist ein psychiatrisches Behandlungskonzept, das auf den Patienten zugeschnittene Behandlungslösungen entwickelt. Eigens zusammengestellte Teams von Bezugstherapeuten kümmern sich um die Erkrankten. So werden Visiten gemeinsam mit allen Bezugspersonen durchgeführt und sind gleichberechtigt an den Therapieentscheidungen beteiligt.

Den zweiten und dritten Preis erhielten das Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg und das Krankenhaus Waldfriede in Zehlendorf. Die Kinderschutzgruppe der Charité erhielt eine lobende Erwähnung für ihren „Interdisziplinären Kinderschutz in der Charité Berlin“. Das interprofessionelle Team besteht aus Pflegekräften, Sozialpädagogen, Kinderärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, Kinder- und Jugendpsychiatern sowie Psychologen der Charité. Ziel ist es, Anzeichen von Vernachlässigung oder Misshandlung in Familien frühestmöglich zu erkennen. Gefährdete Familien sollen unterstützt werden, bevor etwas schlimmes passiert. Dazu gehört im Bedarfsfall eine längerfristige psychologische oder psychiatrische Behandlung. Die Kinderschutzgruppe kooperiert mit Einrichtungen wie den Jugend- und Gesundheitsämtern sowie mit den Familiengerichten und dem Landeskriminalamt.

DJ
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