Hoffnung für das Haus der Gesundheit: Alexianer wollen Praxen übernehmen

Neue Hoffnung für das Haus der Gesundheit. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Im Streit um die Schließung des Hauses des Gesundheit (HdG) in der Karl-Marx-Allee 3 bahnt sich zumindest eine teilweise Lösung an.

Der katholische Krankenhausträger Alexianer, dem auch das St.-Hedwigs-Krankenhaus in der Großen Hamburger Straße gehört, will drei Hausarztpraxen und eine Urologenpraxis im HdG weiterführen. Ein entsprechender Antrag auf Übernahme der vier Arztstellen laufe beim Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung, bestätigte Brigitte Jochum von der Alexianer GmbH. Wie berichtet, hat der Klinikkonzern Sana sein Gesundheitszentrum (SGZ) im Haus der Gesundheit an das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn verkauft. Die zugelassenen Arztstellen sollen zum 1. Juli zum neuen Träger UKB wechseln. Das bedeutet das Aus für 24 Ärzte und etwa 60 Schwestern im HdG, die bei Sana angestellt sind und entweder nach Marzahn mitgehen oder sich etwas anderes suchen müssen.

Seit Bekanntwerden der Pläne gibt es massive Proteste der Anwohner, weil in dem Wohngebiet mit überwiegend alten Menschen ein Ärztenotstand droht. Die Verlegung der Arztsitze zum UKB nach Marzahn führe bei Hausärzten und zahlreichen Fachärzten zur "signifikanten Unterversorgung", heißt es in einer Studie, die Wissenschaftler der Beuth Hochschule für Technik veröffentlicht haben.

Der Zulassungsausschuss hat noch nicht entschieden, ob die Arztsitze nach Marzahn wechseln dürfen. Davon hängt ab, wie es an dem Standort im Hauses der Gesundheit weitergehen kann. Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) hatte nach der Protestwelle angekündigt, Gespräche mit allen Beteiligten zu moderieren. Laut seiner Sprecherin Regina Kneiding seien diese "auf einem guten Weg." Eine für Ende März anberaumte Pressekonferenz der Senatsgesundheitsverwaltung zum Thema HdG wurde erst einmal wieder verschoben.

Ob das HDG als Ärztehaus erhalten werden kann, hängt vor allem auch von der AOK ab. Der Krankenkasse gehört das vor 100 Jahren als sechsgeschossiges Geschäftshaus errichtete Gebäude. Seit bekannt ist, dass das Sana Gesundheitszentrum als größter Mieter im Sommer auszieht, prüft die AOK mögliche Nachnutzungen. "Alle Optionen sind nach wie vor offen", sagt Gabriele Rähse, Sprecherin der AOK Nordost. Sie wolle sich an Spekulationen nicht beteiligen. Möglich ist, dass die AOK gar kein Interesse daran hat, in dem Haus Flächen nur noch an vier Arztpraxen zu vermieten. Dann könnten die Ärzte, wenn sie denn eine Zulassung bekämen, hier auch nicht bleiben.


Dirk Jericho / DJ
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