Nervige Geräusche im Ohr: Was tun gegen Tinnitus?

Am Modell ist der Gehörgang gut zu erkennen. „Der Blick mit dem Mikroskop ins Ohr bringt schnell Klarheit“, erklärt Chefarzt Dr. Parwis Mir-Salim. (Foto: Umsorgt wohnen)

Es rauscht, pfeift, zischt oder rattert im Ohr und im Kopf. Die Töne haben keine äußere Schallquelle und setzen sich hartnäckig fest. Jeder kennt diese nervigen Phantomgeräusche – nach einem Discobesuch etwa. Oft verschwinden sie nach kurzer Zeit, manchmal werden sie jedoch zur Dauerbelastung.

Als häufigste Ursache für diesen subjektiven Tinnitus wird Stress vermutet. „Doch die Hektik in unserem Alltag wird als Grund für die Beschwerden vollkommen überbewertet“, klärt Chefarzt Dr. Parwis Mir-Salim auf.

Je älter wir werden, desto schlechter hören wir. Ab dem 60. Lebensjahr degenerieren die Hörzellen. Zunächst werden die hohen Töne nicht mehr wahrgenommen. Schleichend breitet sich der Hörverlust auf die mittleren und tieferen Frequenzen aus. Die lästigen Geräusche im Ohr sind oft eine Folge der Schwerhörigkeit. Der Gang zum Hals-Nasen-Ohrenarzt bringt Klarheit. In den meisten Fällen kann der Arzt sofort für Abhilfe sorgen. „Die häufigste Ursache für eine Schwerhörigkeit und die damit einhergehenden Geräusche ist ein Verschluss des Gehörgangs aufgrund von Ohrenschmalz“, erklärt der Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde im Vivantes-Klinikum im Friedrichshain. Doch mangelnde Körperpflege ist den Patienten in keinem Fall vorzuwerfen. Chefarzt Mir-Salim rät dringend davon ab, Wattestäbchen zu benutzen! Dadurch wird die bräunlich gelbe Absonderung der Ohrenschmalzdrüsen in die Ohren gedrückt und das verstopft sie noch mehr.

Der mikroskopische Blick ins Ohr durch den niedergelassenen Facharzt ist deshalb auch so wichtig, um entzündliche Erkrankungen am Mittelohr, Gehörgang und Trommelfell diagnostizieren und gegebenenfalls behandeln zu können.

Ohrenschmalz, die Altersschwerhörigkeit und entzündliche Veränderungen im Ohr sind die häufigsten Ursachen für einen lästigen Tinnitus. „Eigentlich finden wir immer die Ursache“, ermutigt Dr. Parwis Mir-Salim. Bevor die Patienten also im Rahmen der Selbstdiagnose Stressfaktoren ausmachen und versuchen, die Beschwerden in ihr Leben zu integrieren, sollten sie doch lieber den Ohrenarzt aufsuchen und sich dort behandeln lassen.
Jochen Mertens


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