Netzwerk zur Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gegründet

Mitte. Ende März hat sich im Bezirk ein Netzwerk gegründet, das für die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eintritt.

Zum Netzwerk gehören das Jobcenter Mitte, die Agentur für Arbeit, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die IHK, der Handelsverband Berlin-Brandenburg, das bezirkliche Bündnis für Wirtschaft und Arbeit, die Wirtschaftsförderung sowie lokale Beschäftigungsträger und soziale Einrichtungen. Schirmherr ist Bürgermeister Christian Hanke (SPD). Minijobs sind geringfügig entlohnte Beschäftigungen, bei denen das Arbeitsentgelt monatlich 450 Euro nicht überschreiten darf. Arbeitgeber müssen eine pauschale Abgabe an die Minijob-Zentrale abführen. Auch Privatleute können für Haushaltsarbeiten wie Putzen oder Einkaufen Minijobber beschäftigen. Minijobs in Privathaushalten werden durch Steuerermäßigungen besonders gefördert.

Minijobs nehmen immer mehr zu. Im Bezirk Mitte sind von 161 000 Erwerbstätigen knapp 28 000 geringfügig beschäftigt. Weil das Geld nicht reicht, ist jeder vierte Minijobber im Bezirk zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Viele geringfügig Entlohnte wissen zu wenig über ihre Rechte. Auf der anderen Seite besteht in einigen Branchen ein zunehmender Fachkräftemangel. Um diese Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zu stoppen, unterstützt das Bezirksamt Mitte die Kampagne "Minijob. Mach mehr draus!" mit der Gründung des bezirklichen Netzwerkes. Mit dem Projekt "Joboption" sollen Beratungen für Minijobber und Unternehmen angeboten werden. "Viele geringfügig Beschäftigte wissen nicht, dass sie die gleichen Rechte und Pflichten haben, wie bei einer Teilzeitanstellung. Besonders problematisch ist dies, wenn der Minijob die einzige Erwerbsquelle bildet", so Hanke. Minijobber hätten zudem auch Kündigungsschutz, Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. "Manche Arbeitnehmer bleiben über Jahre in einem Minijob. Wenn Arbeitgeber die rechtlichen Grundlagen beachten, ist der Minijob für Unternehmen häufig teurer als eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Wir setzen deshalb auf Aufklärung, Beratungen und Unterstützung für Minijobber und Betriebe", sagt Christian Hanke.


Dirk Jericho / DJ
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