Rauchst du noch oder dampfst du schon?

Johnny Depp zieht 2010 als "Tourist" im Zug reisend tief an einer E-Zigarette, stößt eine Dampfwolke aus und steckt die E-Zigarette lässig in die Westentasche. Das sei nur Wasserdampf, der Nikotin enthalte. Gesund sozusagen, denn nicht das Nikotin der Zigarette sei schädlich, sondern die ungefähr 6000 Verbrennungsprodukte des Tabaks.

Mittlerweile ist die E-Zigarette in Deutschland angekommen. Die enorme Nachfrage hat auch die Tabakkonzerne aufgeweckt. In Deutschland bestand zuletzt ein Umsatz von ca. 100 Millionen Euro, 15-mal höher als noch 2008. In Italien, Griechenland und Frankreich sind die "Dampfer" noch verbreiteter. Mittlerweile sind die Tabakkonzerne in das Wachstumsgeschäft eingestiegen und bieten E-Produkte an.

Die WHO warnt eindringlich vor dem noch in vielerlei Hinsicht unbekannten neuen Risiko. Nicht nur die Frage, ob man sich mit E-Zigaretten wirklich das Rauchen abgewöhnen kann, steht ungeklärt im Raum. Auch einige Inhaltsstoffe der E-Zigaretten gelten als bedenklich, was sie langfristig auslösen können, ist noch unbekannt. Kritisch gesehen werden Propylenglykol als Vernebelungsmittel, Glyzerin, Nitrosamine, Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein; außerdem verschiedene Metalle, etwa Nickel und verschiedene Aromastoffe (z.B. Zuckerwatte, Blaubeer, Kaugummi). Einige Aromastoffe sind Kontaktallergene. Zudem ist bekannt, dass Propylenglykol, das in Kunstnebel enthalten ist, atemwegsirritierend wirkt und für sich genommen schädlich ist. Mittlerweile empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, dass für E-Zigaretten in Räumen die gleichen Regeln gelten sollten wie für normale Zigaretten. In Flugzeugen sind sie entgegen landläufiger Meinung ebenfalls nicht gestattet. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), rät ganz von den Hightech-Zigaretten ab, weil der Hauptbestandteil der Liquids, die in die E-Zigaretten eingelegt werden, Propylenglycol ist.

Der Nutzen von E-Zigaretten als Hilfsmittel für einen dauerhaften Rauchstopp ist derzeit nicht erwiesen und wird in Fachkreisen zum Teil kontrovers diskutiert. Die Abgabe an Kinder und Jugendliche sollte generell nicht gestattet werden. Zudem sollte wegen des hohen Suchtpotenzials durch das enthaltene Nikotin die Abgabe strenger reguliert werden.

Bei Fragen zur Rauchentwöhnung wenden Sie sich am besten an einen Arzt. Wir beraten Sie gern in der Klinik für Innere Medizin - Schwerpunkt Pneumologie, im Alexianer St. Hedwig Krankenhaus: 23 11-21 10.

PR-Redaktion / P.R.
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