Schnute geht’s gut: Stadtbärin im Köllnischen Park in altersgemäß gutem Zustand

Schnute geht es gut, sagt auch der Verein Berliner Bärenfreunde. Die Vorsitzende Christa Junge hat ein aktuelles Foto geschossen. (Foto: Christa Junge)

Mitte. Die letzte Stadtbärin wird im Bärenzwinger im Köllnischen Park bestens versorgt. Das sagt Amtstierärztin Maria Elena Kaschubat.

Schnute ist gerade aus ihrem Winterschlaf erwacht, da schlägt das Tier schon wieder Wellen. Stefan Klippstein, selbsternannter Tierschützer, hat jetzt die Einschläferung der Bärin gefordert, um das Tier von seinen angeblichen Qualen zu befreien. Amtstierärztin Maria Elena Kaschubat hat Schnute am 8. April stundenlang beobachtet und untersucht und dem Tier einen "altersgemäß guten Gesundheitszustand" attestiert. "Sie frisst ganz normal. Es gibt keine Anzeichen, dass sie eingeschläfert werden muss", so Kaschubat. Natürlich hüpfe die letzte Stadtbärin nicht mehr herum wie ein junges Tier. Schnute ist mit 34 Jahren für Bären schon im höchsten Seniorenalter. Das Tier leidet an Arthrose und bekommt schmerz- und entzündungshemmende Medikamente. Deshalb hinke sie manchmal. Bei Temperaturschwankungen hat Schnute Probleme, was man "am Gangbild sehen kann", so die Tierärztin. Drei auf Wildtiere spezialisierte Pfleger kümmern sich um Schnute.

Tierschützer hatten jahrelang die Umsiedlung der Bären in einen Bärenpark gefordert. Der Bärenwald Müritz in Stuer am Plauener See in Mecklenburg-Vorpommern wollte die Bären aufnehmen. Nach dem Tod von Schnutes Tochter Maxi 2013 hatte die BVV sich gegen eine Umsiedlung ausgesprochen. Die Bärin solle ihren Lebensabend im Bärenzwinger verbringen. Die Anlage wurde wegen der Proteste umgebaut. So wurden für Schnute zum Beispiel die Wassergräben mit Rindenmulch zugeschüttet, um mehr Auslauf zu schaffen.

Das Berliner Bärenbündnis, das sich für eine Umsiedlung stark gemacht hatte, hat sich von den Behauptungen Klippsteins distanziert. "Wir fordern nicht die Einschläferung von Bärin Schnute", heißt es in einer Erklärung. Stefan Klippstein, der bisher als Sprecher des Bündnisses auftrat, gebe nicht die Meinung des Bärenbündnisses wider. "Die in den Medien zitierte Person ist nicht Sprecher des Berliner Bärenbündnisses", heißt es in der "Richtigstellung". Nicht einmal Klippsteins Namen erwähnen die Tierschützer. Sie bescheinigen Schnute auch "einen altersgemäßen Zustand". Das Bärenbündnis bedauert jedoch nach wie vor die Entscheidung, Schnute nicht in einen Bärenpark umzusiedeln: "Wäre Schnute vor einigen Jahren in eine Auffangstation gebracht worden, könnte sie jetzt ihre letzten Lebensmonate in einer wesentlichen natürlicheren und ruhigeren Umgebung genießen."


Dirk Jericho / DJ
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