Zahl der Masern-Erkrankungen steigt erschreckend an

Berlin. Was eigentlich als Kinderkrankheit bekannt ist, bereitet immer mehr Berlinern große Sorgen. Die Masern breiten sich in der Hauptstadt aus.

Betroffen sind vor allem junge Erwachsene. Da die Zahl der Erkrankten mittlerweile sehr hoch ist, hat die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nun alle Berliner dazu aufgerufen, ihren Impfschutz überprüfen zu lassen. Mit einem Rundbrief wandte sie sich an die Gesundheitsbehörden und sprach damit eine allgemeine Impfempfehlung aus. Seit Jahresbeginn hat das Robert-Koch-Institut (RKI) 356 Masern-Erkrankungen in Berlin registriert (Stand 17. Juni) und damit ein Vielfaches mehr als in den vergangenen Jahren. 2012 waren es nur 18 Fälle. Dass nun eine neue Masern-Welle ausbricht, erklären Mediziner vor allem mit den bestehenden Impf-Lücken in den Altersgruppen ab 1970. "Vor dieser Zeit sind die meisten Menschen als Kind an Masern erkrankt und waren dann immun. Dann hat man begonnen zu impfen, aber einige haben das abgelehnt oder verpasst. So entstanden Impf-Lücken", erklärt Anette Siedler vom Fachgebiet Impfprävention des RKI. Masern sind hoch ansteckend, und die Impf-Lücken machen sich nun umso schneller bemerkbar.

Da Masern vor allem bei bereits geschwächten Personen zu schweren und sogar tödlichen Komplikationen führen können, sieht Anette Siedler die sogenannten Impfverweigerer äußerst kritisch. "Bei der Impfung geht es ja nicht nur um Selbstschutz, sondern auch um die Gesundheit vieler anderer", erklärt sie und verweist auf die Folgen: "Der kranke Körper hat so viel mit den Masernviren zu tun, dass er andere Erreger viel schwieriger abwehren kann." Gefährlich werden können so die Folgeerkrankungen wie Lungen-, Mittelohr- oder gar Gehirnhautentzündungen. Von einer Impfpflicht hält die Gesundheitsexpertin allerdings nichts: "Wir setzen stattdessen auf Aufklärung."


Jana Tashina Wörrle / jtw
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