Auf dem Sprung: Noch keine Einigung für Trampolinhalle auf Beachvolleyballanlage

Hinter dem weißen Pavillon soll die neue Trampolinhalle gebaut werden. (Foto: Dirk Jericho)
 
Noch Parkplatz: Hier wollen die Betreiber eine Trampolinhalle bauen. Foto: Dirk Jericho (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Beach Mitte |

Mitte. In diesem Frühjahr sollte es hoch hinausgehen für Sportbegeisterte, die gern der Schwerkraft entfliehen. Doch für die Trampolinhalle, für die die Betreiber von Beach Mitte bereits im Januar 2016 den Bauantrag eingereicht haben, gibt es noch immer kein grünes Licht.

Klettern auf dem Turm-parcours, Volleyball im Ostseesand, Zumba-Kurse im Partypavillon oder einfach nur einen Cocktail schlürfen im Liegestuhl: Das Sommerparadies Beach Mitte am Nordbahnhof ist eine beliebte Sport- und Spaßlocation mitten in der Großstadt. Damit es auch im Winter auf dem Areal an der Caroline-Michaelis-Straße sportlich rundgeht, wollen die Betreiber seit sieben Jahren eine Sporthalle bauen. Die Bezirksverordneten hatten dafür vor ein paar Jahren extra den Bebauungsplan geändert. Die Fläche war bis dahin lediglich als Sportfläche ausgewiesen. Beach-Mitte-Chef Stephan Eckardt hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit seinem Konzept für eine ganzjährig nutzbare Beachvolleyballhalle auch deshalb überzeugt, weil er Schulen besondere Konditionen versprochen hatte. Doch außer dem markanten Partypavillon des früheren Bundespressestrandes steht bisher nichts auf der Stelle.

Statt einer Beachvolleyballhalle will Eckardt eine Trampolinhalle bauen. Mit „Jump Berlin“ haben die Beach-Mitte-Macher 2015 in Reinickendorf den ersten Trampolinpark in Berlin eröffnet. Die Parcours sind ein Renner. Eckardt will den Trendsport nun auch nach Mitte holen; die Pläne für die Jump-Halle stehen. Sie soll auf der jetzigen Brache, die als Parkplatz genutzt wird, direkt um den weißen Pavillon gebaut werden. Die Sprunghalle ist 66 mal 21 Meter groß. In einem winkligen Anbau, der bis zu elf Meter hoch ist, soll es noch drei Beachvolleyballfelder geben.

Bisher gibt es keine Einigung zwischen der Firma Beach Mitte und dem Sportamt als Eigentümer der Fläche. Das Sportamt möchte einen „neuen Nutzungsvertrag mit neuen Konditionen“, wie Sportstadtrat Carsten Spallek (CDU) sagt. Den Betreibern sind jedoch die geforderten Pachtgebühren zu hoch. Weil sich beide Seiten bisher nicht einigen konnten, steckt das Projekt seit mehr als einem Jahr fest. Stephan Eckardt möchte momentan nichts sagen, was den Bezirk verärgern könnte. Er freut sich, dass „endlich wieder Bewegung in die Sache kommt“.

Nach langer Funkstille auch wegen der Bezirksamtswahlen im vergangenen Jahr hat der neue Sportstadtrat Carsten Spallek jetzt im BVV-Sportausschuss über den aktuellen Stand informiert. Demnach will das Bezirksamt einen Vertragsabschluss. „Dem Betreiber ist mittlerweile ein konkretes Angebot gemacht worden. Eine Rückmeldung zum Vertragsentwurf steht noch aus“, so Spallek. Der Bezirk habe auch die Laufzeit des neuen Vertrages an die geplante Nutzungsdauer der Halle angepasst, wie die Beach-Mitte-Leute wollten. Für die fünf Millionen Euro teure Jump-Halle kalkulieren die Sportunternehmer mit einer 30-jährigen Nutzungsdauer. Das heißt, der Pachtvertrag müsste bis mindestens 2047 laufen.

Auf dem Gelände von Kletterturm, Beachvolleyballfeldern und geplanter Trampolinhalle wollte der Bezirk ursprünglich selbst einen Sportplatz bauen, inklusive kleinem Funktionsgebäude für Umkleiden und Duschen. Die Sportplatzpläne wurden 2008 endgültig aufgegeben, weil die denkmalgeschützte Hinterlandmauer für das geplante Großspielfeld nicht abgerissen werden konnte. Die Firma Beach Mitte hatte deshalb einen Pachtvertrag bis 2025 bekommen, der bis 2035 verlängert wurde, damit sich für die Betreiber die Halleninvestition rentiert.

Spallek wie auch die BVV wollen eine Lösung, weil sie das Beach-Mitte-Konzept gut finden. „Mit dem erweiterten Angebot werden zusätzliche Flächen für Sportbegeisterte geschaffen, die auch im Winter nutzbar wären“, so Spallek. Ihm ist wichtig, „dass die Betreiber das Angebot gemacht haben, auch für den Betrieb der Halle Kooperationen mit Schulen und Trägern einzugehen“. DJ
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